Das Internet bedeutet nicht nur für die Kultur, sondern auch für die Wirtschaft eine Revolution, die mit dem Industriellen Zeitalter zu vergleichen ist. Völlig neue Geschäftsbereiche sind entstanden und teilweise wieder untergegangen, und mächtige Konglomerate und Monopole haben sich in dieser Welt zwischen Virtualität und Realität entwickelt.
Einer der mächtigsten Nutznießer dieser Entwicklung ist das Auktionsportal "ebay", über das zig Millionen Menschen die unterschiedlichsten Waren vertreiben. Diese Reportage zeigt anhand von fünf Beispielen, welche Menschen mit ebay Geschäfte machen, welche Ideen sie entwickeln und wie Existenzen mit diesen Schäften verbunden sind.
Unzählige Leute haben mit dem Abstoßen nicht mehr gebrauchter Dinge auf dem virtuellen Flohmarkt oder mit der Erweiterung ihres Hobbys über die Sammelbörse angefangen und verdienen mittlerweile als sogenannte Powerseller teilweise horrende Einkommen.
So versucht die Familie Thurm aus Sachsen die Arbeitslosigkeit mit einer Internetagentur zu überwinden. Mit der Versteigerung von Ware, die örtliche Händler feilbieten, hofft man, eines Tages ein Auskommen sichern zu können. Nicht ganz uneigennützig bietet ebay dazu Seminare an, die bei der Entwicklung von kaufmännischer Planung oder der Erstellung von Marketingkonzepten helfen sollen.
Die Filmcrew begibt sich auf die Insel Skye bei Schottland, wo der Hobbymaler Archie Campbell über das Auktionshaus seine Werke, die die verschiedensten Schiffe abbilden, an den Mann bringen will. Sein Kumpel Spike, der als Powerseller mit Münzen handelt, gibt ihm dazu wertvolle Tips. Auch im fernen Mexiko gibt es Menschen, die von der weltweiten Anbindung durch das Internet profitieren wollen.
Im Norden des Landes lebt ein ganzes Dorf von der Töpferei. Die kunstvoll gestalteten Tonvasen werden in Mata Oritz längst nicht mehr nur von den durchreisenden Touristen gekauft: Aus dem nördlich der Grenze liegenden Tularosa holt Larry Deming regelmäßig eine Lieferung ab und verkauft die Produkte über ebay in die USA. Nun soll ein neues Telefonkabel den Herstellern helfen, die Abhängigkeit vom Zwischenhandel zu überwinden.
Doch Vetter und Tolz blicken auch hinter die Kulissen des Imperiums: So erfährt der Zuschauer von Jim Griffith, der als "Uncle Griff" eine zentrale Rolle im Marketing des Konzerns spielt. Er hat in der ebay-Gemeinde Bekanntheit als Moderator einer Radioshow und Verfasser der "ebay-Bibel" erlangt.
Auch die Bemühungen, eine Konkurrenz zum fast erdrückenden Monopol aufzubauen, werden angerissen: So hat der chinesische Geschäftsmann Jack Ma mit "Taobao" eine Handelsplattform aufgebaut, die mit Internet-Pionier und -Schwergewicht Yahoo im Rücken begonnen hat, in China ebay das Wasser abzugraben.