Nach dem Drehbuch des französischen Autoren Jean-Claude Carrière erzählt Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff von einem nahezu wortlosen Kampf zwischen einem Mann, der nach einem schweren Verlust sich selbst aufgeben und einer Frau, die ihn wie ein Engel schützen will und fest entschlossen ist, ihn zu retten.
"Der Verlust eines Kindes ist wohl das Schlimmste, was einem Menschen passieren kann", verdeutlicht Volker Schlöndorff die Traurigkeit seiner Hauptperson, "der Verlust einer ganzen Familie ist unvorstellbar. Wenn ein Mensch, dem das zustößt, einfach nur noch verschwinden will, verstehen wir ihn. Das war für Jean-Claude Carrière der Ausgangspunkt des Drehbuches.
So hoch sollte die Latte liegen. Und um zu verschwinden, haben wir ihm das größtmögliche Territorium gegeben, Kasachstan, ein Land fast so groß wie Indien, achtmal Deutschland, und fast unbewohnt. So weit war alles ausgedacht, dann wurde es konkret.
Er geht los, um zu sterben, aber das Leben behauptet sich. Je einsamer er ist, je größer die Ödnis um ihn herum, je mehr die Hitze ihm zusetzt, der Durst und der Staub, je mehr er einfach läuft, je wichtiger wird sein Körper – und mit ihm das Leben."
Hauptdarsteller Philippe Torreton fügt hinzu: "Ein so außergewöhnlicher Part musste mich einfach faszinieren. Diese Hoffnungslosigkeit des Mannes, diese dunkle, durch ein schreckliches Unglück ausgelöste Kraft, die ihn dazu bringt, alles zu verlassen,
um sich in der Weite Kasachstans zu verlieren, die Anziehungskraft der Stille – das alles gefiel mir. Eine Rolle, die Schweigen verlangt nach all dem Gequassel auf Leinwand oder Bühne, eine am Tiefpunkt angelangte Persönlichkeit, das reizt mich und tut mir als Schauspieler gut."