KINO

morgen

Film-Suche:

HomeKINO
vorschau
KINO
podcast
Kino 2006 I Kino 2006 II Kino 2006 III Kino 2006 IV Kino 2007 I Kino 2007 II Kino 2007 III Kino 2007 IV


Urmel aus dem Eis

Deutschland, 2006
Animation, 87 Minuten, FSK: 0

Originaltitel
Urmel aus dem Eis

Kino-Start
03.08.2006

Regie
Reinhard Klooss, Holger Tappe

Darsteller
Wigald Boning (Professor Habakuk Tibatong), Anke Engelke (Wutz), Domenic Redl (Urmel), Wolfgang Völz (See-Elefant), Kevin Iannotta (Tim Tintenklecks), Christoph Maria Herbst (Doktor Zwengelmann)
Urmel aus dem Eis - Kinoplakat
Gestandene Frauen und Männer in den besten Jahren geraten in Verzückung, wenn sie seinen Namen hören - Urmeli aus der Augsburger Puppenkister verzauberte die Kinder seit den 1960er Jahren. Nun ist der puffige Dino erstmals im Kino zu sehen - computeranimiert, mit prominenten Sprechern gibt es einen neuen Helden aus der Eiszeit...

In den einsamen Weiten des Ozeans liegt die kleine, vulkanische Insel Titiwu. Die hat sich Professor Habakuk Tibatong (Wigald Boning) als Arbeitsstätte und Domizil ausgewählt, um seine sprachwissenschaftlichen Studien zu betreiben. Zuhause wegen seiner Erkenntnisse verschmäht, lebt er mit Adoptivsohn Tim Tintenklecks (Kevin Iannotta) auf dem idyllischen Eiland, und hier ist es ihm gelungen, den Tieren das Sprechen beizubringen - allerdings noch nicht so ganz vollkommen. So haben sowohl seine resolute wie liebevolle Haushälterin und Hausmeisterin der Schule, Schweinedame Wutz (Anke Engelke), wie auch seine Schüler, Ping der Pinguin (Stefan Krause), Waran Wawa (Frank Schaff) und Schuhschnabel Schusch (Oliver Pocher) mit kleine Sprachproblemen zu kämpfen, die Habakuk mit seinem Sprachunterricht auszumerzen versucht. Die hat See-Elefant Seele-Fant auch, leidet zudem unter Schwermut und unterhält die übrigen Inselbewohner, indem er meist melancholische "traurögö Lödör" singt.

Eines Tages wird das paradiesische Leben durch ein aufregendes Ereignis bereichert: Mit der Meeresströmung wurde ein Eisberg ans Ufer gespült. Im warmen Klima der Südsee schmilzt das Ungetüm bald ab und gibt ein Unikat frei: Wie Professor Tibatong vermutet, handelt es sich um das Ei eines urzeitlichen Wesens, das er in seinen wissenschaftlichen Arbeiten bereits behandelt hatte. Nach vorsichtigem Ausbrüten entschlüpft dem Ei tatsächlich Urmel (Domenic Redl) - ein Dinobaby, das bald die Zuneigung sämtlicher Inselbewohner genießt, insbesondere von Wutz, die sich des Urmels mütterlich annimmt. Doch das Urzeitwesen weckt bald Begehrlichkeiten: Da er sich durch den sensationellen Fund wissenschaftlich rehabilitiert sieht, schickt Tibatong eine Flaschenpost mit der Nachricht über diese Entdeckung aus - ohne sich der fatalen Folgen bewusst zu sein.

Denn nicht nur sein Widersacher, der ignorante Zoodirektor Doktor Zwengelmann (Christoph Maria Herbst), sondern auch König Pumponell (Klaus Sonnenschein) erfährt vom Urmel. Und nachdem der Großwildjäger von jeder Spezies bereits eine Trophäe besitzt, packt ihn der Ehrgeiz: Zusammen mit Diener Sami (Florian Halm) macht er sich auf die Reise nach Titiwu, um den Saurier zu erlegen. Als der Monarch auf der Insel eintrifft und ein erster Schuss fällt, flüchtet Urmel Hals über Kopf in eine Höhle und begibt sich damit in große Gefahr. Denn dort lauert ein gefräßiger Riesenkrebs, und außerdem droht die Höhle einzustürzen. So ist der ganze Einsatz der Insulaner gefragt, ihr geliebtes Urmeli zu retten...



Film-Inhalt  


Da sind Ping (Stefan Krause) und Schusch (Oliver Pocher) baff: Das Ei des Habakuk (Wigald Boning)
Da sind Ping (Stefan Krause) und Schusch (Oliver Pocher) baff: Das Ei des Habakuk (Wigald Boning)


  Max Kruse - Vater des Urmel


Schaut in die Röhre: Schweinedame Wutz (Anke Engelke)
Schaut in die Röhre: Schweinedame Wutz (Anke Engelke)

Der Schöpfer des Urmel, Kinderbuchautor Max Kruse, war wohl erblich bereits vorbelastet: 1921 wurde er in Bad Kösen als einer von sieben Kindern der Käthe Kruse geboren - berühmt für die von ihr geschaffenen, handgefertigten und hochwertigen Kinderpuppen. Die waren zunächst für die eigenen Kinder gedacht, wurden bald aber in der ganzen Welt verkauft. Die nach dem Zweiten Weltkrieg in der DDR enteignete Puppenfabrik baute Max Kruse in Westdeutschland neu auf und betätigte sich auch als Autor von Kinderbüchern.

Kruses erstes Werk "Der Löwe ist los" wurde bereits in der Augsburger Puppenkiste vorgeführt und im TV ausgestrahlt. Dieses Marionettentheater, 1948 gegründet, wurde seit 1953 eine feste Institution in der ARD. Als Vorlage für die spannenden Geschichten mit den Fadenfiguren dienten beliebte Märchen oder bekannte Kinder- und Jugendbücher von namhaften Autoren. Die erste Aufführung in Augsburg war "Der gestiefelte Kater" der Gebrüder Grimm, "Peter und der Wolf" war die erste TV-Sendung der Augsburger Puppenkiste.

Neben Michael Endes "Jim Knopf" ist Max Kruses Urmel wohl die erfolgreichste Faden-Figur der Augsburger Puppenkiste, der sich als Hausautor Deutschlands berühmtester Marionettenbühne etablierte. Neben "Urmel aus dem Eis" (1969) und "Urmel spielt im Schloß" (1974) und den Löwen-Nachfolgern "Kommt ein Löwe geflogen" (1966) und "Gut gebrüllt Löwe" (1967) lieferte Kruse außerdem die Vorlagen zu "Don Blech und der goldene Junker" (1973) und "Lord Schmetterhemd" (1978).



Als Puppenspiel erfreute das knuddelige, brabbelnde Urzeitviech die Herzen von Millionen Kindern. Doch lange bevor über das Deutschland der 80er und 90er Jahre eine Saurier-Modewelle hinwegschwappte, waren Bücher das Hauptmedium, was Unterhaltung bei Kindern anbelangte. Und hier gibt es gleich elf an der Zahl: Neben "Urmel aus dem Eis" erschienen "Urmel fliegt ins All", "Urmel taucht ins Meer", "Urmel spielt im Schloß", "Urmel zieht zum Pol", "Urmel im Vulkan", "Urmels toller Traum", "Urmels großer Flug", "Urmel wird ein Star", "Urmels Lichterbaum im Eismeer" und "Urmel fährt Ballon".

Nach der 1974er Sendung mit Urmel im Schloss war es erstmal ruhig um das Knuddelreptil. 1995 besann sich dann die ARD eines besseren und strahlte eine Zeichentrickserie in 26 Episoden aus. Die konnte zwar nicht mit dem Charme der Puppenspiele mithalten, leitete aber eine wahre Renaissance ein. So erschienen 2000 von der Kinowelt die vier DVDs "Urmel 1: Von Schätzen und Entführungen", "Urmel 2: Faule Tricks auf hoher See", "Urmel 3: Da brennt doch was an" und "Urmel 4: Titiwus Sherlock Urmel".

Im Jahr 2002 sprach Urmel-Fan Dirk Bach fünf Hörbücher und war hocherfreut, selbst als Urmel für den SAT1-Zweiteiler auserkoren worden zu sein, der Weihnachten 2005 ausgestrahlt wurde und neben Bach weitere Prominente auf die Bühne lockte wie Barbara Schöneberger und Heinrich Schafmeister. Doch schon früher im selben Jahr, am 28.4.2005 fand im Hamburger CCH die Uraufführung des Musicals "Urmel fliegt ins All" statt, inszeniert von Christian Berg und mit Musik von Tobias Künzel von der Leipziger Band "Die Prinzen".



Urmel - Urvater der Dinomania  


Grad aus dem Ei gepellt: Urmel aus dem Eis (Domenic Redl)
Grad aus dem Ei gepellt: Urmel aus dem Eis (Domenic Redl)
► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Urmel aus dem Eis" in der Regie von Reinhard Klooss, Holger Tappe liefen am 03.08.2006 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Volver - Zurückkehren
Abenteuerkomödie, Spanien, 2006

The Giant Buddhas
Dokumentation, Schweiz, 2005

Phat Girlz
Komödie, USA, 2005

Garfield 2
Komödie, USA, 2006

Dave Chappelle´s Block Party
Dokumentation, USA, 2006

Born to Fight
Action, Thailand, 2004



KINO

morgen