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Vacationland

USA, 2006
Gay-Drama, 104 Minuten, FSK: 16

Originaltitel
Vacationland

Kino-Start
07.06.2007

Regie
Todd Verow

Darsteller
Brad Hallowell (Joe), Gregory J. Lucas (Andrew), Jennifer Stackpole (Mandy), Mindy Hofman (Kris), Hilary Mann (Theresa), Charles Ard (Victor), Nathan Johnson (LaBlanc), Michael Dion (Tim), Theodore Bouloukos (Richard), Gregg Anderson (Sandi)
Vacationland - Kinoplakat
Todd Verow, dessen bisherige Filme sich oft auch um homosexuelle Themen drehten, bringt mit "Vacationland" sein bisher persönlichstes Werk aus die Leinwand. Das stark autobiografische Drama um einen schwulen Teenager in der Enge einer Provinzstadt wurde in der Sektion Panorama auf der 56. Berlinale 2006 gezeigt.

Bangor ist eine öde Kleinstadt in Maine, dem nordöstlichen Zipfel der USA. Auf den Nummernschildern steht zwar "Vacationland" (Urlaubsland), doch besonders anziehend für Touristen ist die Gegend nicht gerade. Hier lebt in den 1980ern der verträumte 18-jährige Joe (Brad Hallowell) mit seiner Mutter und seiner älteren Schwester Theresa (Hilary Mann) in der Sozialbausiedlung "Capehart".

Ihm geht die provinzielle Enge seiner Heimat auf die Nerven - ebenso wie die wechselnden Liebhaber seiner Mutter, von denen sie schon mal Prügel bezieht. Joe besucht die letzte Klasse an der High School und würde gerne anschließend an der Kunsthochschule studieren, doch dafür ist kein Geld da. Er ist heimlich in Andrew (Gregory J. Lucas) verknallt, den Star der Football-Mannschaft, doch der scheint unerreichbar, hängt er doch mit der Cheerleaderin Mandy (Jennifer Stackpole) herum.

So versucht Joe seine Triebe verstohlen in der öffentlichen Toilette auszuleben und trifft dort unerwartet auf seinen Französischlehrer LaBlanc (Nathan Johnson). Dreist nutzt er die Begegnung, um diesen zur Unterstützung bei seiner Bewerbung an der Rhode Island School of Design zu bewegen. Dann lernt er über eine Annonce den älteren Künstler Victor (Charles Ard) kennen, für den er sich als Akt-Modell zur Verfügung stellt, und der ihm eine Wohnmöglichkeit und neue Perspektiven für sein künstlerisches Fortkommen bietet.

Währenddessen wird Andrew, der noch keine Vorstellungen von seiner Zukunft hat und auch dem Alkohol reichlich zuspricht, mit Mandys Hilfe bewusst, dass er eigentlich auch schwul ist und auch ein Auge auf Joe geworfen hat. Er und Joe kommen sich näher und besuchen eine Schwulenbar, und auch Mandy versucht es einmal beim eigenen Geschlecht. Derweil gerät Theresa auf die schiefe Bahn, weil sie auch unbedingt von Bangor weg will...



Film-Inhalt  


Verstohlene Blicke: Joe (Brad Hallowell) und Andrew (Gregory J. Lucas)
Verstohlene Blicke: Joe (Brad Hallowell) und Andrew (Gregory J. Lucas)


  Hintergrund


Kommen sich näher: Andrew und Joe
Kommen sich näher: Andrew und Joe

Todd Verow, am 11. November 1966 in Bangor geboren, hat mit "Vacationland" viele seiner eigenen Jugenderinnerungen verarbeitet. Bereits als 10-jähriger hatte er sein erstes Stück fürs Schultheater geschrieben und spielte dort auch einige Rollen. So wie sein Protagonist in "Vacationland" es sich wünscht, hat Verow die Rhode Island School of Design in Providence besucht, eine der angesehensten Kunsthochschulen der USA.

Während dieser Zeit drehte er seine ersten Kurzfilme, darunte "V Is for Violet". Außerdem studierte Verow Schauspiel und Regie an der Brown University und belegte Kamera und Beleuchtung am American Film Institute. Seinen Einstieg ins Filmgeschäft machte er auch in diesen diesen Fächern. Beim ersten eigenen Spielfilm "Frisk" (1995) über einen schwulen Serienkiller war er Regisseur, Schauspieler, Cutter und schrieb am Drehbuch mit.

Es war die erste Zusammenarbeit mit Autor James Derek Dwyer, seinem Freund und Partner, mit dem er seine eigene Produktionsfirma "Bangor Films" gründete, unter deren Label auch "Vacationland" entstand, und für das Dwyer Drehbuch und Filmmusik schrieb. Seit "Frisk" sind die beiden regelmäßige Gäste bei der Berlinale, wo auch ihre Filme "Little Shots of Happiness", "A Sudden Loss of Gravity" und "Anonymous" gezeigt wurden.



Ich denke, alle Barkeeper sind auf irgend eine Art Schauspieler. Jedes Wochenende hinter dem Tresen eine Show abziehen, hat zur Entwicklung meiner schauspielerischen Fähigkeiten beigesteuert. Ich hatte in einer Bar in Bangor um Weihnachten 2004 Karaoke gesungen. Ich war auf der Bühne und sang Janis Joplins "Me and Bobbie McGee" mit der Frau eines Freundes, und ich glaube, ich habe da Verows Aufmerksamkeit erregt. Er gab mir seine Visitenkarte auf meinem Weg von der Toilette, und ich rief ihn an, als ich sie am nächsten Morgen fand. Ich ging nach New York zum Vorsprechen, und der Rest ist Geschichte.

Ich hatte ein paar Heimvideos über Mordgeschichten mit meinem Cousin als Kind gedreht, doch darüber hinaus habe ich keine formell Ausbildung, und ich habe vorher noch keine Rollen gehabt. Das schwierigste für mich war, all die Gefühle vom Drehtag hinter mir zu lassen. Einige der Szenen waren emotional stark aufgeladen, und ich fand es schwer, mich von ihnen am Ende des Tages loszulösen.

Ich glaube nicht, dass ich jemals wirklich sozusagen erwachsen geworden bin. Darum hatte ich keine großen Probleme, einen jüngeren Charakter zu spielen. Ich dachte nicht darüber nach, wie ich diese Figur spielen würde. Ich versuchte ungefähr ich selbst zu sein und meine Persönlichkeit in die Figur einzubeziehen, die Todd geschaffen hat. Außerdem treffe ich mich lieber mit jüngeren Leuten, und das half wohl etwas.



Brad Hallowell über sein Debüt  


In der Gay-Disco: Andrew und Joe
In der Gay-Disco: Andrew und Joe
► Cast, Crew► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Vacationland" in der Regie von Todd Verow liefen am 07.06.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

The Namesake - Zwei Welten, eine Reise
Tragikomödie, USA, Indien, 2006

Ocean´s 13
Komödie, USA, 2007

Das größte Spiel der Welt
Komödie, Spanien, Deutschland, 2006



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