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Vinzent

Deutschland, 2004
Mystery-Drama, 93 Minuten

Originaltitel
Vinzent

Kino-Start
20.07.2006

Regie
Ayassi

Darsteller
Detlef Bothe (Vinzent / Olaf Podesch), Anna Thalbach (Lena Wildner), Thomas Bestvater (Grimaldi), Karin Baal, (Frau Ludwig), Bernd Tauber (Dr. Bernhard), Ingeborg Westphal (Inge Stech)
Vinzent - Kinoplakat
Der Berliner Werbe- und Musikclip-Regisseur Ayassi hat bereits mit seiner Kurzfilm "Afro Deutsch" von sich reden gemacht, unter anderem auf dem Sundance Film Festival. Nun gibt er mit "Vinzent" sein Spielfilm-Debüt - auch dieser Gothic-Film mit eingeschnittenen Comic-Sequenzen lief auf einigen Festivals.

Vinzent (Detlef Bothe) betritt ein altes Mietshaus, um Unterschriften für eine Eingabe gegen Tierversuche zu sammeln - seine Freundin Rose (Tabea Heynig) engagiert sich für den Tierschutz. Doch schon mit dem Betreten des Fahrstuhls scheint seine Wahrnehmung getrübt zu sein. Auch erscheinen die Bewohner allesamt recht merkwürdig, teils sogar feindselig.

Zunächst wird er von Berthe (Antonia Adamik) zur Totenwache für deren Zwillingsschwester Frieda eingeladen. Während er dem Hausherr, Friedas Vater Grimaldi (Thomas Bestvater), und den Gästen gegenüber seine Anwesenheit zu erklären versucht, trinkt er den dargebotenen Wein, trotz Abratens seines Arztes - plötzlich bricht er zusammen. Als Vinzent wieder aufwacht, liegt er nackt im Bett einer gewissen Inge Stech (Ingeborg Westphal). Dort verabreicht ihm der unheimliche Arzt Dr. Bernhard (Bernd Tauber) rote Pillen.

Als Vinzent im Badezimmer duscht, bemerkt er im gegenüberliegenden Fenster mit einem flüchtigen Blick seine Freundin Rose, er meint auch ihre Stimme zu hören. Verwirrt macht er sich auf die Suche nach der zugehörigen Wohnung und erhält unterwegs Hilfe von Lena Wildner (Anna Thalbach). Doch das Bauwerk scheint einem Labyrinth zu gleichen, und so verliert sich Vinzent auf seiner Suche immer mehr in den Gängen und zweifelt allmählich an seinem Verstand.

Zudem entdeckt er, dass die angeblich unbewohnten umliegenden Wohnungen doch nicht alle leerzustehen scheinen. Schließlich verschafft sich Vinzent Zugang zur Wohnung eines gewissen Olaf Podesch. Hier findet er Unmengen an Comics - und Hinweise darauf, dass er selbst in Ereignisse verstrickt zu sein scheint, die in dem unheimlichen Haus geschehen sind - und noch geschehen. Hat Frau Ludwig (Karin Baal) recht, die ihn in Zusammenhang mit Friedas Tod bringt?



Film-Inhalt  


Die Skepsis im Blick: Was erwartet Vinzent (Detlef Bothe)?
Die Skepsis im Blick: Was erwartet Vinzent (Detlef Bothe)?


  Starke Frauen: Karin Baal


Von zentraler Bedeutung: Das Treppenhaus der Mietskaserne
Von zentraler Bedeutung: Das Treppenhaus der Mietskaserne

Karin Baal wurde 1940 im Berliner Arbeiterviertel Wedding als Karin Blauermel geboren. Die Tochter einer Schneiderin wächst mit ihrem Bruder bei der Großmutter auf. Nach der Schule begann sie zunächst eine Lehre als Modezeichnerin. Für eine Rolle in Artur Brauners "Die Halbstarken" von 1956 konnte sich Karin Baal gegen 700 Bewerberinnen durchsetzen, spielte an der Seite von Horst Buchholz die unangepasste Jugendliche Sissy Bohl und prägte damit ihr Image für die folgenden Jahre.

Sehr erfolgreiche Filme zu Beginn ihrer Karriere sind etwa "Das Mädchen Rosemarie", "Der Pauker" und "Der Eiserne Gustav". Vielen Zuschauern ist Karin Baal danach sicher aus drei Edgar-Wallace-Filmen in Erinnerung geblieben, dreimal drehte sie mit Rainer Werner Fassbinder: "Berlin Alexanderplatz", "Lola" und "Lili Marleen". Im Kriegsdrama "Engel aus Eisen" trat sie schon einmal zusammen mit Anna und Katharina Thalbach auf.

Im weiteren Verlauf ihrer Karriere trat sie häufiger in Krimi-Serien auf, 1977 ging sie mit dem Theaterstück "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" nach dem Roman von Heinrich Böll auf Tournee, eine weitere umfangreiche Theatertour gibt es 1986 mit den beiden Stücken "Geschlossene Gesellschaft" von Jean-Paul Sartre und "Mord um Mitternacht" von Francis Durbridge. Privat gab es einige Tiefschläge im Leben von Karin Baal. So starb ihr dritter Ehemann und Kollege Volker Eckstein 1993, und lange hatte sie mit Alkoholabhängigkeit zu kämpfen.



Anna Thalbach, Jahrgang 1973, ist wie ihre Mutter, die auch international erfolgreiche Fernseh- und Filmschauspielerin Katharina Thalbach in Ost-Berlin (DDR) geboren. Aufgrund der Proteste gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann siedelten Mutter und Tochter zusammen mit deren Stiefvater, dem Autor Thomas Brasch, nach West-Berlin über. Bereits mit acht Jahren stand Anna zusammen mit Katharina vor der Kamera, es folgten zahlreiche TV- und Kinorollen (u.a. in "Die Manns - Ein Jahrhundertroman" und "Der Untergang".

Für "Andy erhielt sie 1993 den Darstellerpreis beim Max Ophüls Festival, für die Rolle der Gaby Berg in der Tatort-Folge "Kindstod" den Deutschen Fernsehpreis 2001 für die Beste Schauspielerin in einer Nebenrolle. Nach der Schule studierte sie zwei Jahr lang Mode und Kostümbildnerei, doch auch auf der Theaterbühne konnte sich Anna Thalbach etablieren, so an der Seite ihrer Mutter in "Mutter Courage".

Ihre Vielseitigkeit stellt sie auch als Hörbuchsprecherin unter Beweis und wurde 2004 für den Deutschen Hörbuchpreis nominiert für die Interpretation von "Die Nebel von Avalon" der Autorin Marion Zimmer Bradley - und auch hier war die Mutter Katharina Thalbach als Sprecherin dabei.



Starke Frauen: Anna Thalbach  


Ist auf Lena Wildner (Anna Thalbach) wirklich Verlass?
Ist auf Lena Wildner (Anna Thalbach) wirklich Verlass?
► Cast, Crew► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Vinzent" in der Regie von Ayassi liefen am 20.07.2006 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Man muss mich nicht lieben
Tragikomödie, Frankreich, 2005

Hui Buh - Das Schlossgespenst
Grusel-Komödie, Deutschland, Tschechien, 2005

Geheime Staatsaffären
Thriller-Drama, Frankreich, 2006

Battle in Heaven
Drama, Mexiko, Belgien, Frankreich, Deutschland, 2005



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