Ich mache natürlich aus meinem Vater nicht mehr als es ist. Es ist eben meiner, und nur das ist mir wichtig: Es ist ein heißgeliebter Mensch. Aber ich habe schon etwas gesehen, er verantwortet sich nicht. Er ist ja in meinen Armen gestorben, dafür bin ich ihm unglaublich dankbar, dass ich, der ihn verfolgt hat – dass er Platz dafür hatte, zu verstehen, warum.
Nehmen wir mal an, es gibt so etwas ähnliches wie das Schwerwiegende noch nicht verstehen, nur ahnen, dann ist eines ganz sicher: Der Tag, an dem er es erfahren hat, und wenn er es nach dem Krieg erfahren hat, dass kein einziger Wachmann in Auschwitz Essensmarken oder Urlaub bekam, wenn er nicht nachwies, dass er "Jud Süß" gesehen hat - das ist ein SS-Dekret, das gibt es - und weißt dass Du einen Hammer gemacht hast, mit dem man andere totgeschlagen hat, kannst Du nicht mehr ein Hammermacher sein.
Und da ist für mich langsam der Gedanke gekommen: Ist es denkbar, dass wenn man so reingefallen ist, wie kann man noch Regisseur bleiben? Wenn man einmal so einen Fehler gemacht hat - er hatte doch einen fantastischen Ruf als Kunstschlosser - wie ist denn das denkbar, dass man sich zu seinem Lebensgefühl so stellt? Im besten Fall, ohne anzuklagen: Man hat mit Deiner Hilfe ermordet, verstehst Du?