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Der weisse Planet

Kanada, Frankreich, 2006
Dokumentation, 78 Minuten, FSK: 0

Originaltitel
La Planète blanche

Kino-Start
28.12.2006

Regie
Jean Lemire, Thierry Piantanida, Thierry Ragobert

Der weisse Planet - Kinoplakat
Schon zum zweiten Mal im Kinojahr 2006 beschäftigt sich ein französisches Filmteam mit Bewohnern des scheinbar Ewigen Eises. War es in "Die Reise der Pinguine" der Südpol, so geht es in "Der weisse Planet" um die nördliche Polarregion unserer Erde. Sprecher der deutschen Fassung ist Bernhard Blümel, besser bekannt als Sänger und Bravo-TV-Moderator "Ben".

Die Arktis ist während des Winters in Dunkelheit und eisike Kälte getaucht. Die Tiere, die innerhalb des nördlichen Polarkreises leben, bereiten sich vor, um in der klimatisch extremen Umgebung überleben zu können. Im Frühjahr belebt sich die eisige Region, der Winterschlaf ist für viele Bewohner vorbei, und für die Räuber beginnt erneut die Jagdsaison auf ihre Beutetiere.

Das Leben in diesen kalten Regionen verlangt den verschiedenen Tierarten einfallsreiche Strategien der Nahrungsbeschaffung ab, die sich während der Evolution entwickelt haben. Doch nicht nur oberhalb des Eises beobachtet die Kamera die Tiere des hohen Nordens, wie den Eisbär, den Karibu oder den Moschusochsen, auch die Wasserbewohner bekommt der Zuschauer zu sehen, wie Seehunde, Wale oder Krebse, ebenso wie Exemplare der arktischen Vogelwelt.

Die Jagd eines Wolfsrudes auf das Kalb eines Moschusrindes oder das Stranden eines Beluga-Jungen zeigt dramatische Szenen, die für viele Tiere der Arktis alltäglich sind. Und bei den eisigen Temperaturen spielt das Familienleben eine wichtige Rolle, wie beim Verhältnis einer Walross-Kuh zu ihrem Kleinen und dem Herumtollen kleiner Polarbären.

Der Lauf der Jahreszeiten ist aber durch die Klimaveränderung längst verschoben. So zeigt dieser Film auch, wie die allmähliche Erwärmung der Erde diesen bislang so vielfältig bevölkerten Lebensraum gefährdet, durch den Rückgang des Eises oder durch das Abbrechen der einst so riesigen Gletscher.



Film-Inhalt  


Für die Luftaufnahmen wird ein Heißluftballon vorbereitet
Für die Luftaufnahmen wird ein Heißluftballon vorbereitet


  Film-Kritik


Eine Karibuherde auf der Suche nach Nahrung
Eine Karibuherde auf der Suche nach Nahrung

In der Art, wie "Der weisse Planet" die Einzigartigkeit der Polarwelt und deren Fauna zeigt ist er gleichzeitig eine Mahnung zum Handeln. Dies sieht auch der der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der dem Film das Prädikat "Hervorragender Naturfilm" verlieh.

In einer Kooperation zum Kinostart führt der BUND Aktionen für eine Forcierung einer umweltgerechten Klimapolitik durch. Das empfindliche Ökosystems zeigt besonders deutlich die Auswirkungen der Erderwärmung, denn die Temperaturen nahmen an den Polen schneller zu als im Durchschnitt der welt.

Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden vergab einstimmig das Prädikat "besonders wertvoll". Der Bewertungsausschuss urteilte: "Mit großen Bildern werden in diesem sinnlich und intelligent komponierten Naturfilm die Tiere und die Landschaft der Arktis vorgestellt."



Jacques Cousteau war ein Pionier der Meereskunde. Mit seinem legendären Forschungsschiff "Calypso" brachte er den Fernsehzuschauern in der ganzen Welt die Meereswelt und ihre Bewohner nahe. Zwei der Macher von "Der weisse Planet" waren langjährige Mitarbeiter im Team des französischen Tierfilmers.

Sieben Jahre hat der 1955 geborene Journalist Thierry Piantanida als Autor und Regisseur mit Jacques Cousteau zusammengearbeitet. Der inzwischen ausschließlich als Drehbuchautor und Filmemacher tätige Piantanida hat sich schon früh auf wissenschaftliche Themen spezialisiert. Mit der Produktionsfirma Gédéon Programmes, die an "Der weiße Planet" beteiligt ist, arbeitet er seit 1997 zusammen.

2002 folgte Piantanida auf dem Dreimaster Sedna IV der Nordwestpassage und war Co-Regisseur des Films "The Arctic Mission" über die Expedition mit Jean Lemire. Als Co-Autor zeichnete er außerdem für eine Serie über die Folgen der globalen Erwärmung in der Arktis verantwortlich.

Bevor Thierry Ragobert Regisseur wurde, war er als Drehbuchautor tätig. Mehr als zehn Jahre arbeitete er – wie sein Kollege Piantanida – mit Jacques Cousteau zusammen, unter anderem auch für die gefeierte Serie "Wiederentdeckung der Welt".

1999 drehte er "Die Liebenden am Pol" über die Arktis-Expedition des Ehepaares Arnaud und Lycia Tortel. Ragobert drehte viele mit Preisen bedachte Dokumentationen für Gédéon Programmes, wie etwa "Das siebte Weltwunder", "Alexandria, Stadt des Todes" oder "Die letzten Tage in Zeugma". Soeben beendete er die Serie "Bible Revealed" für France 5.



Info zu den Regisseuren  


Eine Eisbärmutter mit ihren beiden Kindern
Eine Eisbärmutter mit ihren beiden Kindern
► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Der weisse Planet" in der Regie von Jean Lemire, Thierry Piantanida, Thierry Ragobert liefen am 28.12.2006 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

The Wind That Shakes the Barley
Kriegsdrama, Irland, England, 2006

Nachts im Museum
Komödie, USA, 2006

Die Rotkäppchen-Verschwörung
Animation, USA, 2005

Déjà Vu - Wettlauf gegen die Zeit
Action-Thriler, USA, 2006



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