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Wie sehr liebst du mich?

Italien, Frankreich, 2005
Tragikomödie, 117 Minuten, FSK: 12

Originaltitel
Combien tu m´aimes?

Kino-Start
31.08.2006

Regie
Bertrand Blier

Darsteller
Monica Bellucci (Daniela), Bernard Campan (François), Gérard Depardieu (Charly), Jean-Pierre Darroussin (André Migot), Sara Forestier (Muguet), François Rollin (Michael)
Wie sehr liebst du mich? - Kinoplakat
Im jeden Rotlicht-Viertel dieser Welt gilt für die Frauen des halbseidenen Gewerbes die gleiche eiserne Regel: Verliebe dich niemals in einen Freier. In Bertrand Bliers ("Abendanzug", "Die Ausgebufften") neuem Film "Wie sehr liebst du mich?" hält sich Monica Bellucci ("Asterix und Obelix: Mission Kleopertra", "Matrix Reloaded", "Der Zauber von Marlena") in der Rolle einer Pariser Prostituierten nicht an diese Regel. Und schon ist sie in Schwierigkeiten...

Daniela (Monica Bellucci) - jung, schön, begehrenswert - arbeitet als Hure in einer Bar im Pariser Vergnügungsviertel Pigalle. Eines Tages betritt Francois (Bernard Campan) das Etablissement und erkundigt sich nach ihrem Preis. "150,- Euro und eine Flasche Champagner" ist Danielas Standardanwort, aber damit hat sie Francois missverstanden.

Francois - abstehende Ohren, zunehmende Glatzenbildung und somit optisch nicht gerade ein Traummann - sucht keine Frau für eine Nacht, sondern für mindestens einige Jahre. Sein Angebot: 100.000 Euro pro Monat für Daniela, wenn sie bei ihm einzieht, Sex, Kochen und Staubsaugen inbegriffen, solange, wie sein Geld reicht. Und das könnte eine ganze Zeit sein, denn Francois - eigentlich ein kleiner Büroangestelter - hat einen Millionengewinn im Lotto gemacht.

Daniela nimmt das Angebot an und sieht sich prompt unerwarteten Problemen gegenüber: Nicht nur, dass ihr das Führen eines Haushalts so gar nicht liegt, auch verlässt man als Hure nicht so einfach das Rotlicht-Viertel: Ihr Zuhälter und Geliebter Charlie (Gérard Depardieu) ist von der neuen Lebensführung seines besten "Pferdchens" überhaupt nicht einverstanden. Zumindest will er eine Entschädigung: Vier Millionen Euro fordert er von Francois, um Daniela ziehen zu lassen. Francois lehnt ab, und Daniela kehrt an ihren angestammten Arbeitsplatz zurück.

Doch die Tage mit Francois haben Daniela verändert, und auch die Tatsache, dass es Charlie mehr ums Geld als um ihre Zuneigung ging, stimmen sie mehr als nachdenklich, während Lottogewinenr Francois schnell Trost bei seiner Nachbarin (Farida Rahouadj) gefunden hat. Die verwickelte Angelegenheit vereinfacht sich nicht, als sich Francois´ Lottogewinn dann doch kleiner als vermutet herausstellt...



Film-Inhalt  


Daniela (Monica Bellucci) grübelt
Daniela (Monica Bellucci) grübelt


  Film-Kritik


Wie sehr liebt François (Bernard Campan)<br>Daniela (Monica Bellucci)?
Wie sehr liebt François (Bernard Campan)
Daniela (Monica Bellucci)?

Bertrand Blier gilt in Frankreich als Provokateur. In "Wie sehr liebst du mich" bleibt er jedoch eher brav, und das macht den Film durchaus nicht zu seinen schwächeren. Im Gegenteil: Dieser Streifen ist eine unterhaltende, romantische Komödie mit hinreichend Witz, um zu amüsieren, und hinreichend Tiefgang zum Nachdenken.

Das Werk ist sehr stark auf die beiden Filmstars zugeschnitten, doch die harmonieren erstaunlich gut. Monica Bellucci läuft im Alter von 42 Jahren zu erotischer Höchstform auf, und auch Gérard Depardieu glaubt man trotz seiner 58 Jahren die Rolle des eifersüchtelnden Luden.



Wer ist Daniela? Eine Prostituierte mit großem Herzen, hin und her gerissen zwischen zwei Männern: ihr Kunde, der im Lotto gewonnen hat, und ihr Zuhälter, der zögert, sie zu verkaufen?

Sie ist eine komplizierte Frau, die die Liebe nicht gekannt hat und das Begehren der Männer weckt. Als ich Bertrand Blier getroffen habe, erzählte er mir von der Rolle einer Prostituier­ten, aber ich stellte mir meine Figur nicht so vor. Ich bin sie anders angegangen.

Wie eine Frau, die fähig ist, sehr viel Liebe zu geben...

Ja, aber sie weiß das nicht. Auch in ihrer Art sich zu kleiden, ist sie nicht nuttig. Als ich das Drehbuch las, fand ich, sie müsse Strumpfhalter tragen und Kaugummi kauen, mit den Brüsten schaukeln – ganz auf Hure machen! Aber überhaupt nicht! Sie ist eine sinnliche, aber sehr klassische Frau, in normalen Röcken und kleinen Pullis, mit Pfennigabsätzen und einem sehr korrekten Mantel, mit dem sie auch in die Messe gehen könnte. Die Figur hat nichts Vulgäres. Das ist stark von Blier. Und sie besitzt viel Ironie, etwa wenn sie sagt: "Ich bin gemacht, um geliebt zu werden." Das ist lustig, oder? Ich glaube, sie ist vor allem ge­macht, um begehrt zu werden

Wie kann diese Professionelle, die sich im Prinzip nicht verlieben darf, in der Lie­besgeschichte mit ihrem Kunden Francois enden?

Weil es Bernard Campan, der im wirklichen Leben nett anzuschauen ist, gelingt, aus seinem Charakter einen Mann voller Charme zu machen. Je mehr man ihn kennen lernt, desto mehr liebt man ihn. Er ist in der Realität so wie auf der Kinoleinwand. Folglich harmoniert unser Paar sehr gut. Daniela lernt, Francois zu entdecken, der sie liebt wie noch niemals jemand zuvor. Sie gewinnt ihr Schamgefühl zurück und ist berührt. Und selbst am Ende des Films, als sie in die Arme von Francois' bestem Freund fällt - den Edouard Baer spielt - kann sie nicht widerstehen. So ist sie, sinnlich. Die Tatsache, dass sie ihre Vergangenheit wieder fin­det, vermeidet die Klischees einer netten, aber langweiligen Geschichte. Man ist ja schließ­lich in einem Film von Blier!

Glauben Sie, sie wird als brave Ehefrau enden, die sich um das Haus und den Liebsten kümmert?

Eine Zeitlang glaubt man das. Man sieht sie ihre Wäsche im Treppenhaus aufhängen? Wie Sophia Loren in "Ein besonderer Tag". Da ist plötzlich ein Hauch Italien, in ihrer Sinn­lichkeit, ihrer Zärtlichkeit, den Leuten, die auf der Straße singen...

Blier sieht in Ihnen das italienische Ideal, Grundlage aller Männer-Fantasien. Was denken Sie?

Das kann ich nicht beantworten. Sagen wir, dass ich durch seinen Blick und meine Figur existiert habe. Ich glaube, das ist eine Frau, die stark wird dank ihrer Zartheit, Zerbrechlichkeit.

Diese Geldgeschichte, die sich zu einer Liebesgeschichte wandelt, finden Sie das nicht ein bisschen zweischneidig?

Zweischneidig, natürlich, aber gleichzeitig tun das die meisten Prostituierten für Geld. Das ist in gewisser Weise eine Art, sich vor der Liebe zu schützen. Und als sie der Liebe begegnet, bricht sie zusammen, wie alle Frauen.



Interview Monica Bellucci  


Charly (Gérard Depardieu) liebt Daniela (Monica Bellucci) auch
Charly (Gérard Depardieu) liebt Daniela (Monica Bellucci) auch
► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Wie sehr liebst du mich?" in der Regie von Bertrand Blier liefen am 31.08.2006 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Thank You For Smoking
Gesellschaftssatire, USA, 2006

Olga
Geschichts-Drama, Brasilien, 2004

Little Man
Komödie, USA, 2006

Ein perfekter Platz
Komödie, Frankreich, 2006

Das Mädchen aus dem Wasser
Mystery-Thriller, USA, 2006

Between the Lines - Indiens drittes Geschlecht
Dokumentation, Deutschland, Indien, 2005

Bandidas
Action-Komödie, Frankreich, Mexiko, USA, 2005

Adams Äpfel - Gott ist auf meiner Seite
Komödie, Dänemark, 2005



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