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Die Wilden Hühner und die Liebe

Deutschland, 2007
Familien-Komödie, 108 Minuten, FSK: 0

Originaltitel
Die Wilden Hühner und die Liebe

Kino-Start
05.04.2007

Regie
Vivian Naefe

Darsteller
Michelle von Treuberg (Sprotte), Paula Riemann (Melanie), Jette Hering (Wilma), Lucie Hollmann (Frieda), Zsa Zsa Inci Bürkle (Trude), Jeremy Mockridge (Fred), Philip Wiegratz (Steve), Martin Kurz (Torte), Vincent Redetzki (Willi), Svea Bein (Leonie), Veronica Ferres (Sybille Slättberg), Thomas Kretschmann (Herr Slättberg), Oliver Stokowski (Thorben Mossmann), Nora Quest (Nana), Jessica Schwarz (Frau Rose), Nikita Wokurka (Ricky), Niklas Jüngling (Ramon), Doris Schade (Oma Slättberg), Benno Fürmann (Lehrer Grünbaum), Lukas Engel (Titus), Lukas Steimel (Luki)
Die Wilden Hühner und die Liebe - Kinoplakat
Wenn junge Mädchen in die Pubertät kommen, gibt das oft Aufregung. Das gilt natürlich ganz besonders bei "Die Wilden Hühner und die Liebe" von Cornelia Funke. Nach "Hände weg von Mississippi" ist dies bereits der zweite Film im Kinojahr 2007, dessen Vorlage aus der Feder der Erfolgsautorin stammt.

Die wilden Hühner Sprotte (Michelle von Treugberg), Melanie (Paula Riemann), Wilma (Jette Hering), Frieda (Lucie Hollmann) und Trude (Zsa Zsa Inci Bürkle) bereiten sich auf eine Bühnenvorstellung vor. Unter der Leitung ihrer Lehrerin Rose (Jessica Schwarz) proben sie die Aufführung des "Sommernachtstraum" von William Shakespeare. Doch die Pubertät und damit eingehende Gefühle stören die Konzentration der Mädchen.

Bei Sprotte kommt noch erschwerend hinzu, dass sie bald einen Stiefvater bekommen soll: Der pedantische Fahrlehrer Thorben Mossmann (Oliver Stokowski) ist nämlich drauf und dran, ihre Mutter Sybille (Veronica Ferres) zu ehelichen. Besonders genervt ist Sprotte, dass sie auch noch bei der Auswahl eines Brautkleides hinzugezogen wird.

Zudem ist sie eifersüchtig auf jedes andere Mädchen, das Fred (Jeremy Mockridge) auch nur anschaut. Doch sie ist nicht die einzige, die Sorgen hat: Melanie ist sauer, weil Willi (Vincent Redetzki) sie wegen der älteren Nana (Nora Quest) verlassen hat. Frieda (Lucie Hollmann) ist verknallt in Maik (Jannis Niewöhner), den sie auf dem Reiterhof kennengelernt hat, aber nur an den Wochenenden sehen kann. Auch Trude hat es schwer erwischt, doch scheinen ihre Chancen bei Ricky (Nikita Wokurka) aus der Parallelklasse eher schlecht zu stehen.

Ein echter Problemfall ist Wilma, hat sie doch ihre Gefühle für Leonie (Svea Bein) entdeckt, was ihre Proben um so schwerer macht, da sie mit ihr zusammen für den Sommernachtstraum probt. Als Melanie davon erfährt, besteht sie zum Entsetzen der anderen Mädchen darauf, dass Wilma aus der Bande ausgeschlossen werde und wirft ihr Abzeichen auf den Tisch im gemeinsamen Wohnwagen.

Weitere Unruhe in Sprottes Leben verursacht das Wiedersehen mit ihrem Vater Christian (Thomas Kretschmann), der sich zwölf Jahre zuvor aus dem Staub gemacht hatte. Obwohl Oma Slättberg (Doris Schade), Melanie und Fred ihr gut zureden, will sie zunächst nichts mit ihrem Erzeuger zu tun haben.

Dann steht die Party im Baumhaus der Pygmäen an. Endlich eine der seltenen Gelegenheiten, wo Frieda wieder mit Maik zusammenkommen kann, während Trude sich in Ramon (Niklas Jüngling) verliebt, einen der spanischen Vettern von Steve (Philip Wiegratz). Doch die Fete findet ihr vorzeitiges Ende in einer Prügelei, die einige ältere Mitschüler anzetteln...



Film-Inhalt  


Die Wilden Hühner (v.l.n.r.) Melanie, Trude (Zsa Zsa Inci Bürkle), Sprotte, Wilma (Jette Hering) und Frieda (Lucie Hollmann)
Die Wilden Hühner (v.l.n.r.) Melanie, Trude (Zsa Zsa Inci Bürkle), Sprotte, Wilma (Jette Hering) und Frieda (Lucie Hollmann)


  Hintergrund


Die Pygmäen in ihrem Baumhaus (v.l.n.r.): Steve (Philip Wiegratz), Willi, Fred (Jeremy Mockridge) und Torte (Martin Kurz)
Die Pygmäen in ihrem Baumhaus (v.l.n.r.): Steve (Philip Wiegratz), Willi, Fred (Jeremy Mockridge) und Torte (Martin Kurz)

Cornelia Funke ist eine der erfolgreichsten deutschen Jugendbuchautorinnen. Ihre bislang fünf Romane über die Mädchenbande "Die Wilden Hühner" habem sich millionenfach verkauft. Die erste Verfilmung von 2006 war so erfolgreich, dass eine Fortsetzung nach den Gesetzen des Marktes fast schon Pflicht war.

Der Roman wurde gleich von drei Autorinnen zum Drehbuch adaptiert, nämlich Marie Graf, Uschi Reich und Vivian Naefe, die auch Regie führte. Dabei war einige Eile geboten, denn auch die Gesetze der Natur fordern ihren Tribut, und so musste man diesen zweiten Teil zügig drehen, bevor die Darsteller ihrem Rollenalter entwachsen waren.

Fünfzig Drehtage waren Cast und Crew in Köln, Xanten und München beschäftigt, wobei der regenreiche August 2006 für einige Verzögerungen gesorgt hatte. Auf der anderen Seite wurde sicherlich dadurch Zeit gespart, dass die meisten Kinder schon eine gewisse Routine aus dem ersten Teil mitgebracht hatten und bereits ein Jahr zuvor zu einem eingespielten Team zusammengeschweißt wurden.



Ja, wie der Titel schon sagt, um die Liebe, alle sind in der Pubertät. Wir spielen eigentlich, dass die dreizehn, vierzehn sind, was ja immer nicht ganz mit dem richtigen Alter übereinstimmt, weil ein Mädchen ist ja noch viel jünger, die ist ja grad erst elf, und wir versuchen - und ich glaube, das glückt auch ganz schön - dass jeder so eine Liebesgeschichte hat, und jeder hat eine andere Art von Liebe. Bei Sprotte geht´s drum, dass sie nie vertrauen gelernt hat. Sprotte ist der Überbegriff "Vertrauen", und dadurch, dass sie das nie gelernt hat, dadurch, dass sie ohne einen Vater aufgewachsen ist, ist sie eifersüchtig, weil sie nicht vertraut. Die Mutter von Sprotte, die Sybille, hat ja das gleiche Problem, was aber auch schon von der Großmutter kommt. Die Großmutter ist offenbar auch verlassen worden, die hat ja ein Hochzeitskleid im Keller, was nie aufgeklärt wird von Cornelia Funke.

Also da erzählen wir drei Generationen von Menschen, die nicht vertrauen können. Dann erzählen wir von Melanie, die damit fertigwerden muss, verlassen zu werden. Dann erzählen wir von Trude, die immer irgendwie auf wen reinfällt, der ein bisschen exotisch ist. Dann erzählen wir von Frieda, die eine Brieffreundschaft, eine Fernbeziehung führen muss. Dann - Wilma, ach Wilma: Das ist ja mit am interessantesten. Wilma verliebt sich in ein Mädchen. Und das heißt, wir müssen erzählen, wie ist denn das plötzlich, wenn Du in der Pubertät merkst, dass Du homosexuell bist. Wie gehst Du damit um, wie gehen die anderen damit um, wie gehen Deine Eltern damit um.

Ich hab so ein Problem mit dem deutschen Begriff von Ernst und Unterhaltung, und ich habe das Gefühl, dass Shakespeare sein Stück geschrieben hat, um die Leute zum Lachen zu bringen, das ist ja auch eine richtige Komödie, und ich hab dann versucht, eine Inszenierung mit den Kindern zu machen, die so richtig - hab ich das Gefühl - Shakespeare gemäß ist. Also, wo die sich raufen, wo die sich anschreien, wo es um Eifersucht und Liebe geht, und die Kinder waren total begeistert, weil das Stück ihnen ja sehr nahe lag.

Und eigentlich hatte ich immer das Gefühl, das gefällt ihnen; sie möchten diese Texte sprechen. Wir haben extra eine alte Überseztung genommen - von Schlegel-Tieck - und die hatten das Gefühl, es hat was mit ihnen zu tun, sie haben sich gern verkleidet, sie haben mich immer angebettelt: "Dürfen wir nicht den Text auch noch lernen", weil das haben wir viel kürzer eigentlich zuerst gedacht, und das war eine große Freude. Natürlich ist es schwerer, mit so einem Text, den man eigentlich erstmal nicht versteht, versuchen zu inszenieren, dass man, auch wenn man die Worte nicht versteht, versteht was in der Szene vorkommt. Also das war total schön und hat uns allen tierisch Spaß gemacht.



Regisseurin Vivian Naefe  


Noch glücklich vereint: Willi (Vincent Redetzki) und Melanie (Paula Riemann)
Noch glücklich vereint: Willi (Vincent Redetzki) und Melanie (Paula Riemann)

  Produzentin Uschi Reich


Christian (Thomas Kretschmann), Sybille (Veronica Ferres) und Sprotte (Michelle von Treuberg)
Christian (Thomas Kretschmann), Sybille (Veronica Ferres) und Sprotte (Michelle von Treuberg)

Um die Liebe geht´s im zweiten Teil. Deutlich merkbar sind alle Kinder ein Stück älter geworden, in der Realität und im Film - im Drehbuch - und jeder hat so seine ersten kleinen Liebesgeschichten. Also jeder hat schon eine kleine Beziehung oder wünscht sich eine Beziehung. Es geht um Liebe und Sehnsucht, und es geht um schwere Entscheidungen. Bei der Mutter von Sprotte, die ja diesmal auch eine große Rolle spielt, weil sie sich sozusagen zwischen zwei Männern entscheiden muss - dem netten, der an ihrer Seite ist und diesem Traumbild von ihrem ehemaligen Ehemann, der ja eigentlich nicht an ihrer Seite war und sie verlassen hat, aber zurückkehrt, und zu dem sie eine ganz eigenartige Form von Beziehung wieder aufbaut.

Bei Kindern ist es ja immer so, dass sie das, was sie spielen, auch fühlen, und ich denke schon, dass bei dem einen oder anderen Mädchen das dann doch tiefer gegangen ist, als sie es nach außen gezeigt hat. Die sind ja jetzt in diesem Teenager-Alter, so zwölf, dreizehn, vierzehn alle miteinander und haben sich sehr entwickelt. Man sieht sehr deutlich den Sprung sozusagen vom Kind zum Teenager in ihren realen Leben, und mit ähnlichen Irrungen und Wirrungen, mit denen die Pubertät so begleitet ist, die begleiten sie natürlich auch beim Spiel, also das war deutlich ein ganzes Stück schwieriger als beim ersten Film.

Sie sind nicht mehr so naiv, sie wissen wie Film geht, sie fragen 'Wie oft muss ich das noch drehen?' und natürlich sind sie inhaltlich schon damit belastet - Sprotte am wenigsten glaub ich, die ist einfach mit Fred befreundet, aber sie sind jetzt kein Liebespaar, die beiden. Ich glaube, beide spielen das sehr gut, aber beide sind, glaub ich, emotional davon am wenigsten belastet gewesen, dass sie sich jetzt ineinander verliebt hätten.



► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "Die Wilden Hühner und die Liebe" in der Regie von Vivian Naefe liefen am 05.04.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Ti amo in tutte le lingue del mondo
Komödie, Italien, 2005

The Contract
Thriller, USA, Bulgarien, 2006

Klang der Stille - Copying Beethoven
Musik-Drama, England, Ungarn, 2006

Freedom Writers
Drama, USA, 2007

Fantastic Movie
Abenteuer-Komödie, USA, 2007

Beynelmilel - Die Internationale
Tragikomödie, Türkei, 2006

Ballets Russes
Tanz-Dokumentation, USA, 2005

300
Action, USA, 2006

Ebenfalls im Kino 




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