Joachim Masannek ist der Schöpfer der Geschichten um die jungen Fußballer. Inspiriert wurde er von seinen eigenen Söhnen Marlon Wessel und Leon Wessel-Masannek, die Namensgeber der Hauptfiguren sind und selbst in anderen Rollen in den bisherigen vier Filmen mitgespielt haben.
Hättest du dir jemals träumen lassen, dass die Wilden Kerle so einen Erfolg haben würden?
Nein, so was kann sich keiner vorstellen. Zu der Zeit, als die Wilden Kerle angefangen haben, lief es bei mir beruflich nicht gut. Dass aus den Erlebnissen mit den Wilden Kerlen Bücher werden sollten, war eher eine Notlösung. Damals habe ich gedacht: Jetzt mache ich noch einen Versuch, wenn das nichts wird, höre ich auf und probiere was ganz anderes. Und plötzlich lief es dann und wurde so erfolgreich! Ich bekam davon erst gar nicht so viel mit, weil ich zu der Zeit sehr viel gearbeitet habe.
Was passiert im vierten Teil?
Die Wilden Kerle sind so cool wie noch nie. Es gibt viel mehr Fußball und Action als in den letzten Filmen. Es kommen Elemente darin vor, die noch nie in Kinderfilmen gezeigt worden sind. Zum Beispiel Kinder, die auf Motorrädern Fußball spielen oder ein Fußballfeld, das nicht 100, sondern 400 Quadratmetergroß ist. Und natürlich gibt es für die vielen Mädchen unter den Fans auch Liebesgeschichten. Leon und Marlon verlieben sich in dasselbe Mädchen, Vanessa ist eifersüchtig, und Maxi verrät, dass er schon immer in Vanessa verliebt war.
Wie fängt es denn diesmal an bei den Wilden Kerlen?
Diesmal fängt es damit an, dass die Wilden Kerle superlässig sind. Sie haben im Fußball alles gewonnen und gehen deshalb sehr locker mit neuen Herausforderungen um. Im ersten Film mussten sie sich viel älter geben, als sie waren, und dadurch wirkte alles ein bisschen pathetisch. In diesem Film ist es so, dass die Wilden Kerle einfach Spaß am Fußballspielen haben. Sie sind die Besten. Sie müssen nur noch ein Spiel gewinnen und denken, das geht immer so weiter. Doch dann stellt sich plötzlich heraus, dass man sich darauf nicht verlassen kann.
Sie haben neue Gegner, z. B. die Wölfe. Was ist das für eine Truppe?
Die Wölfe sind eine Fußballmannschaft, die total unabhängig in einer Burg mitten im Wald ohne Erwachsene lebt. Sie haben den Freestyle-Soccer-Contest, um den es in dem Film geht, schon dreimal gewonnen. Wer sie besiegen kann, ist der Herrscher im Wilde-Kerle-Land. Die Wölfe haben aber das dunkle Geheimnis, dass sie Kinder bleiben wollen. Sie sind so ein bisschen wie Peter Pan. Sie leben auf einer Burg und wollen nicht erwachsen werden. Doch das ist ihr Untergang.
Es taucht das Mädchen Horizon auf, auf das alle Jungs abfahren. Was macht Horizon so toll?
Horizon ist besser, als sie selbst sind. Sie ist ein 17-jähriges Mädchen, und obwohl sie älter als Marlon und Leon ist, interessiert sie sich für die beiden. Zudem ist sie sehr schön und exotisch. Sie sieht aus wie eine Tuareg und hat was Arabisches, Orientalisches an sich. Sie fährt ein tolles Motorrad und kann Fußball spielen, dass es den Jungs die Sprache verschlägt. Marlon und Leon wollen ihr natürlich zeigen, dass sie ihr ebenbürtig sind.
Horizon gehört zu den Silberlichten. Wie kann man die Gruppe beschreiben?
Die Silberlichten wohnen im Nebel. Der Nebel ist das, was Ragnarök und die Wilde-Kerle-Welt bedroht. Die Wilden Kerle denken, im Nebel verschwindet alles. Dabei kommt dahinter eine andere Welt, in der alles viel besser und größer ist. Das müssen die Wilden Kerle im vierten Teil lernen. Und die Silberlichten leben in dieser Zwischenwelt. Sie stellen die erste Prüfung für die Wilden Kerle dar. Werden sie in dieser Welt Bestand haben oder sich - wie die Wölfe - wieder zurückziehen und nach Hause zu Mama und Papa fahren? Die Silberlichten sind wie ein Wächtervolk an der Grenze zum Erwachsenwerden.
Wie hast du die Geschichte der Wilden Kerle für den vierten Teil weiterentwickelt?
Als feststand, dass wir doch noch einen vierten Teil machen, habe ich mir überlegt, was Jungs in dem Alter interessiert. Beim dritten Teil wurde schon klar, es sind die Mädchen, die jetzt Thema werden. Während es im ersten und zweiten Teil noch eine Abwehrhaltung gegenüber den Mädchen gab, waren im dritten Teil schon die ersten Annäherungsversuche gegenüber den Biestigen Biestern zu sehen. Jungs haben ja im ersten Moment Angst vor Mädchen. Bis vor kurzem fanden sie die Mädels noch blöd, und plötzlich ist eine Kraft da, die sie zu den Mädchen hinzieht. Jetzt müssen sie erst mal diese Angst und dieses Verlegenheitsgefühl überwinden.
Wie ist es, jetzt im vierten Teil wieder mit allen Kindern und Jugendlichen zu arbeiten?
Ich habe ja schon beim letzten Mal gesagt, dass die unwahrscheinlich gut geworden sind. Und sie werden immer besser. Den größten Sprung hat Sarah gemacht. Sie ist richtig erwachsen geworden. Sie ist jetzt eine Schauspielerin, von der man nicht mehr sagen kann, dass sie eine Kinderdarstellerin ist. Mit allen hat es unheimlich viel Spaß gemacht, weil sie sich sehr stark selbst einbringen, sich Bewegungsmuster überlegen und wie sie sich verhalten könnten. Ich glaube, vom Schauspielerischen her wird es der beste Film!
Nick ist im dritten Teil neu dazu gekommen. Was macht ihn so wichtig für den Film?
Nick ist die neue Generation. Die Wilden Kerle sind jetzt zwischen 12 und 16. Die Zuschauer werden zusammen mit den Schauspielern älter. Das Zuschaueralter geht von 4 bis 14 Jahren. Nick ist jetzt so alt wie Raban war, als die Wilden Kerle angefangen haben. Nick ist quasi die Identifikationsfigur für die Kleinen. Er ist das Herz der Wilden Kerle, weil er genau das verkörpert, womit die Wilden Kerle angefangen haben und was sie eigentlich verfolgen.
Wirkt sich die familiäre Atmosphäre am Set positiv auf den Film aus?
Wir haben zwar diesmal im Team neue Leute dazubekommen, trotzdem waren wir wieder alle eine Familie. Für mich war es auch der angenehmste Dreh von allen. Obwohl er aufgrund der kurzen Vorbereitungszeit – das muss man sagen - auch sehr anstrengend war und ich auch wieder sehr viel umschreiben musste. Dennoch war es vom Team und der Atmosphäre her der schönste Dreh, weil sich alle schon so gut kennen.
Was wird dir am stärksten in Erinnerung bleiben vom Dreh des vierten Teils?
Die Steppe wird mir am stärksten in Erinnerung bleiben, wo die Silberlichten wohnen. Wir hatten die Burg Ragnarök konzipiert, die wirklich ganz toll ist. Doch dann hatten wir Angst, dass wir die Burg in der zweiten Hälfte des Films nicht toppen können. Und dann haben wir diese Steppe, die eigentlich nur eine Magerwiese in Pocking ist, so hinbekommen, dass das wirklich noch mal eine Steigerung ist.
Was soll beim vierten Teil rüberkommen?
Mein Lieblingsuntertitel wäre: „Bis ans Ende der Welt“. Die Kinder sollen sehen, dass man keine Angst zu haben braucht vor dem Erwachsenwerden, dass das Leben immer schöner, immer besser, immer größer wird, auch wenn mal was schiefgeht, und dass hinter jedem Horizont noch ein neuer kommt.