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Das wilde Leben

Deutschland, 2007
Biografie, 110 Minuten, FSK: 12

Originaltitel
8 Miles High

Kino-Start
01.02.2007

Regie
Achim Bornhak

Darsteller
Natalie Avelon (Uschi Obermaier), Valerie Lasserre (Angel), Victor Norén (Mick Jagger), Alexander Scheer (Keith Richards), David Scheller (Dieter Bockhorn), Matthias Schweighöfer (Rainer Langhan)
Das wilde Leben - Kinoplakat
In den späten 1960er Jahen war die "Kommune 1" das Schreckgespenst der bürgerlichen Gesellschaft: Ein Horde Berliner Studenten praktizierte in einer Art Wohngemeinschaft nicht nur "freie Liebe", sie propagierte auch abstruse maoistische Theorien. Was für die einen Steinzeit-Kommunisten waren, nannten andere einfach nur Polit-Kasper. Eine der Kommunarden war das Fotomodell Uschi Obermaier.

Deutschland, Ende der 1960er Jahre: Der Münchner Teenager Uschi Obermaier (Natalia Avelon) lernt über eine Musikgruppe die Berliner "Kommune 1" kennenen, die in einer Wohngemeinschft "freie Liebe" praktizieren.

Sie beginnt eine Beziehung mit dem Kommunarden Rainer Langhans (Matthias Schweighöfer), kann aber mit den radikalen und teilweise gewalttätig vertretenen politischen Zielen der Gruppe wenig anfangen.

Uschi steigt zum begehrten Top-Model auf: Sie erscheint als Cover-Girl auf den Titelblättern von Playboy und Stern. Stars wie Mick Jagger (Victor Norén) und Keith Richards (Alexander Scheer) werden auf sie aufmerksam und besuchen sie in ihrer Berliner Wohngemeinschaft. Sie beginnt mit beiden eine Beziehung.

Streit und Eifersüchtelein sind die Folge, die "freie Liebe" erweist sich als Lebenslüge. Zudem wirft die organisierte Linke der "Kommune 1" Politklamauk vor - schließlich zerfällt die Gruppe. Einige driften in die spätere Terror-Szene ab, andere gehen im Drogen-Sumpf unter.

Uschi Obermaier allerdings gelingt rechtzeitig der Absprung: Sie lernt den schwerreichen Hamburger Zuhälter-König Dieter Bockhorn (David Scheller) kennen und lieben. In seinem luxuriös ausgebauten Bus geht sie mit ihm auf Weltreise. Die beiden vagabundieren über Jahre durch Amerika und Asien und heiraten schließlich in Indien...



Film-Inhalt  


Die
Die "Kommune 1" in Berlin


  Mit Uschi auf Weltreise


Auf den Straßen von Berin: Obermaier (Natalie Avelon) und Langhans (Matthias Schweighöfer)
Auf den Straßen von Berin: Obermaier (Natalie Avelon) und Langhans (Matthias Schweighöfer)

"Für die Dreharbeiten kamen unterschiedliche Länder in Frage", sagt Produzent Dietmar Güntsche, "Wir entschieden uns für Indien, weil ein Teil der Geschichte dort spielt. Wir drehten in Goa, die Hochzeit fand in Rajasthan statt. Auch für die mexikanischen Szenen fanden wir die optimalen Drehorte."

"Dreharbeiten in Indien sind ein Abenteuer", fährt er fort: "Wir wussten von Florian Gallenbergers Gelbfieber-Erkrankung, durch die sein Film 'Schatten der Zeit' für ein Jahr unterbrochen werden musste. Und immer muss man damit rechnen, dass sich ein Schauspieler den Magen verdirbt – zum Teil fallen sie um wie die Fliegen: Man muss eine Mahlzeit nur falsch ansehen, und schon ist man mehrere Tage am Boden."

Und tatsächlich gab es einige Zwischenfälle: "Zwei Tage vor dem geplanten Dreh verloren wir das Motiv 'Hochzeitsfest' in Rajasthan, für das über 1000 Statisten eingeplant waren. Warum? In dem Gebäudekomplex lebte ein berühmter Geistlicher, der überraschend starb und damit eine Pilgerfahrt von 10.000 Gläubigen zur Trauerfeier auslöste."

Die Ausrüstung und Requisiten aus Deutschland verschiffte man in 34 Kisten nach Bombay. Am Zoll wurde nun ausgerechnet die Kiste geöffnet, in der sich auch zwei 40 Jahre alte Leopardenfelle befanden, die Obermaier gehören. Daraufhin wurde die gesamte Fracht beschlagnahmt. "Wir hatten, ohne dass wir uns darüber bewusst waren, gegen das Washingtoner Artenschutzabkommen verstoßen", sagt Güntsche. "Der für die Zollabwicklung zuständige Mitarbeiter unserer Produktion wurde verhaftet."

Zum Glück kostete das Abenteuer schließlich nicht viel mehr als die Nerven der verantwortlichen Filmemacher. 25 deutsche Mitarbeiter reisten mit nach Bombay – neben den Schauspielern die Leiter der Filmabteilungen –, in der besonders wichtigen Ausstattungsabteilung auch ein paar mehr, "denn mit der indischen Mentalität mussten wir uns erst anfreunden", wie Güntsche sich erinnert. "Wenn man einen grünen Eimer bestellte, bekam man eine blauen, der als 'grün' definiert wurde."



Die "Kommune 1" ("K1") war eine Art "politische Wohngemeinschaft" in Berlin. Sie wurde im Januar 1967 gegründet und bereits im im November 1969 wieder aufgleöst.

Gründer der K1 waren Dieter Kunzelmann, Fritz Teufel, Ulrich Enzensberger, Dorothea Ridder, Dagmar Seehuber und Volker Gebbert. Uschi Obermaier und Rainer Langhans kamen erst später hinzu.

Das verworrene politische Ziel der K1 war die Zerschlagung der Kleinfamilie als damals vorherrschende Lebensform in Deutschland. Die Kleinfamilie sei die kleinste Zelle des Staates, aus deren unterdrückerischem Charakter sich alle Institutionen ableiteten und schließlich Faschismus entstünde.

Die K1 zog im Spätsommer 1968 in eine verlassene Fabrik in der Berliner Stephanstraße, um sich neu zu orientieren. In der zweiten Kommunen-Phase standen Sex, Musik und Drogen im Vordergrund.

Uschi Obermaiers Gagen als Fotomodell stiegen, sie spielte eine Hauptrolle in dem Film "Rote Sonne" von Rudolf Thome und posierte auf Covern und Postern. Laut Gerüchten soll der "Stern" ihr für eine Reportage nebst Nacktfotos DM 20.000,- gezahlt haben - soviel kostete damals ein S-Klasse-Mercedes.

Die straff organisierte Linke konnte an der Kommune wenig Gefallen finden: Den Kommunarden wurde u. a. vorgeworfen, im Grunde keinerlei politisches Interesse zu verfolgen, sondern lediglich dem Egoismus zu frönen. Im Mai 1967 schloss der kommunistische "Sozialistische Deutsche Studentenbund" (SDS) sie als "revolutionären Krawallmacher" aus.



Kommune 1  


Usch Obermaier (Natalia Avelon) zieht aus
Usch Obermaier (Natalia Avelon) zieht aus
► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Das wilde Leben" in der Regie von Achim Bornhak liefen am 01.02.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Vier Minuten
Drama, Deutschland, 2006

Saw III
Horror, USA, Kanada, 2006

Nach der Hochzeit
Drama, Dänemark, Schweden, 2006

KZ
Dokumentation, England, Österreich, 2006

Dreamgirls
Drama, USA, 2006

Die wilden Kerle 4 - DWK4 Der Angriff der Silberlichten
Familien-Komödie, Deutschland, 2007

Bamako
Drama, Mali, USA, Frankreich, 2006



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