"Für die Dreharbeiten kamen unterschiedliche Länder in Frage", sagt Produzent Dietmar Güntsche, "Wir entschieden uns für Indien, weil ein Teil der Geschichte dort spielt. Wir drehten in Goa, die Hochzeit fand in Rajasthan statt. Auch für die mexikanischen Szenen fanden wir die optimalen Drehorte."
"Dreharbeiten in Indien sind ein Abenteuer", fährt er fort: "Wir wussten von Florian Gallenbergers Gelbfieber-Erkrankung, durch die sein Film 'Schatten der Zeit' für ein Jahr unterbrochen werden musste. Und immer muss man damit rechnen, dass sich ein Schauspieler den Magen verdirbt – zum Teil fallen sie um wie die Fliegen: Man muss eine Mahlzeit nur falsch ansehen, und schon ist man mehrere Tage am Boden."
Und tatsächlich gab es einige Zwischenfälle: "Zwei Tage vor dem geplanten Dreh verloren wir das Motiv 'Hochzeitsfest' in Rajasthan, für das über 1000 Statisten eingeplant waren. Warum? In dem Gebäudekomplex lebte ein berühmter Geistlicher, der überraschend starb und damit eine Pilgerfahrt von 10.000 Gläubigen zur Trauerfeier auslöste."
Die Ausrüstung und Requisiten aus Deutschland verschiffte man in 34 Kisten nach Bombay. Am Zoll wurde nun ausgerechnet die Kiste geöffnet, in der sich auch zwei 40 Jahre alte Leopardenfelle befanden, die Obermaier gehören. Daraufhin wurde die gesamte Fracht beschlagnahmt. "Wir hatten, ohne dass wir uns darüber bewusst waren, gegen das Washingtoner Artenschutzabkommen verstoßen", sagt Güntsche. "Der für die Zollabwicklung zuständige Mitarbeiter unserer Produktion wurde verhaftet."
Zum Glück kostete das Abenteuer schließlich nicht viel mehr als die Nerven der verantwortlichen Filmemacher. 25 deutsche Mitarbeiter reisten mit nach Bombay – neben den Schauspielern die Leiter der Filmabteilungen –, in der besonders wichtigen Ausstattungsabteilung auch ein paar mehr, "denn mit der indischen Mentalität mussten wir uns erst anfreunden", wie Güntsche sich erinnert. "Wenn man einen grünen Eimer bestellte, bekam man eine blauen, der als 'grün' definiert wurde."