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Als der Wind den Sand berührte

Belgien, Frankreich, Djibuti, 2006
Drama, 96 Minuten

Originaltitel
Si le vent soulève les sables

Kino-Start
26.07.2007

Regie
Marion Hänsel

Darsteller
Issaka Sawadogo (Rahne), Carole Karemera (Mouna), Asma Nouman Aden (Shasha), Saïd Abdallah Mohamed (Ako), Ahmed Ibrahim Mohamed (Ravil), Emile Abossolo M’Bo (Lassong), Marco Prince (Offizier der blauen Armee), Moussa Assan (Janja)
Als der Wind den Sand berührte - Kinoplakat
Marc Durin-Valois´ preisgekrönter Roman "Chamelle" war die Vorlage für eine Parabel über Auswanderung, Überleben und Hoffnung in einem bedrohten Afrika. Das Drama "Als der Wind den Sand berührte" hatte Weltpremiere auf dem Filmfestival San Sebastian, wo es den Preis der C.I.C.A.E. mit einer speziellen Erwähnung erhielt.

Unerbittlich arbeitet sich die Wüste in ihren Lebensraum vor. Die Einwohner eines kleinen Dorfes in Afrika haben immer mehr unter der Trockenheit zu leiden, und das lebensnotwendige Wasser wird immer knapper. Als der letzte Brunnen auch noch austrocknet, kapitulieren die meisten Dorfbewohner vor der Dürre und versuchen ihr Glück in südlicher Richtung.

Doch einer sieht dies als den falschen Weg an: Rahne (Isaka Sawadogo) glaubt, über eine östliche Route mit seiner Familie die besseren Überlebenschancen zu haben. Zwar müssen sie die lebensfeindliche Wüste und ein Kriegsgebiet queren, doch jenseits davon liegen Seen, die ihnen einen fruchtbaren Boden versprechen.

So macht er sich mit seiner Frau Mouna (Carole Karemera) und den drei Kindern Ravil (Ahmed Ibrahim Mohamed), Ako (Saïd Abdallah Mohamed) und Shasha (Asma Nouman Aden) auf den Weg. Begleitet werden sie von ihrem Dromedar Chamelle und einer Herde Ziegen. Kurz nach ihrem Aufbruch schließt sich ihnen noch der Rinderhirte Janja (Moussa Assan) an.

Nachdem die Familie am letzten Wasserloch vor der offenen Wüste ihren Tribut entrichtet haben, erhalten sie eine Karte, die eine Route entlang der Wasserlöcher weisen soll. Tatsächlich führt sie jedoch in die Irre und wurde nur deswegen herausgegeben, um die Reisenden an den Ort zu locken, wo sie ausgeraubt und getötet werden sollen. Rahne kann zwar mit seiner Familie vor der Bande fliehen, doch nun sind sie ohne Wasser der sengenden Sonne ausgesetzt.

Als sie an einer Gebirgsenge auf eine Gruppe bewaffneter Rebellen stoßen, droht neues Ungemach: Sie wollen als Preis, um sie passieren zu lassen, einen ihrer Söhne als Kindersoldaten bei sich behalten. Ravil, der älteste Sohn bietet sich freiwillig an, und so muss die Familie ohne ihn weiterziehen. Als Mouna schwer erkrankt und Ako von einer Kugel der Rebellen getroffen wird, schleppt sich Rahne verzweifelt mit Shasha und Chamelle weiter, doch ihre Lage scheint aussichtslos...



Film-Inhalt  


Go East: Rahne (Issaka Sawadogo)
Go East: Rahne (Issaka Sawadogo)


  Hintergrund


Als Kindersoldat missbraucht: Ravil (Ahmed Ibrahim Mohamed)
Als Kindersoldat missbraucht: Ravil (Ahmed Ibrahim Mohamed)

Bei der Suche nach einem Drehort, der wie im Roman eine lebensfeindliche, mineralische Wüste aufweist, fiel die Wahl auf Dschibuti. In der Umgebung der gleichnamigen Hauptstadt des kleinen Landes in Nordostafrika war der ideale Hintergrund der Geschichte von "Als der Wind den Sand berührte" vorhanden: Die karge, felsige Landschaft, viel Sand, trockene Salzpfannen und dornige Pflanzen.

"Für mich war Dschibuti zuerst nur ein Name," gesteht Regisseurin Marion Hänsel. "Ich war niemals dort, aber die Schönheit der Landschaft und ihre Menschen haben mich sofort in ihren Bann gezogen." Dass dort französisch gesprochen wird, kam der Belgierin entgegen, zumal die Romanvorlage ebenfalls in dieser Sprache geschrieben wurde und den "Le Prix des cinq continents de la Francophonie" der Internationalen Gesellschaft der französischen Sprache (OIF) gewann.

Mit 3,7 Millionen Euro war "Als der Wind den Sand berührte" Marion Hänsels bislang teuerstes Filmprojekt, und so war sie dankbar, dass nach ihren belgischen Finanziers die Redaktion von ARTE und ZDF die verbleibende Lücke im Etat geschlossen haben. Nachdem das Geld gesichert war, waren aber noch weitere Hürden zu überwinden.

So lag der Drehort in einem Gebiet, das von zwei verfeindeten Stämmen beherrscht wird. Um Konfrontationen zu vermeiden, trugen die Darsteller der Soldaten im Film Uniformen, die mangels Hoheitszeichen keinem Lager zuzuordnen waren. Außerdem mussten die Schauspieler sich mit dem Nomadenleben vertraut machen und sich Alltäglichkeiten aneignen, wie etwa das Melken eines Kamels.



In Dschibuti selbst gibt es keinerlei Filmwirtschaft, und so mussten die Hauptdarsteller von außerhalb "eingeflogen" werden. Auf Isaka Sawadogo wurde Hänsel durch den belgischen Kurzfilm Exoticore von 2004 aufmerksam. "Es war die Stärke seiner Präsenz, die mich sofort verführte," beschreibt sie die Vorzüge des aus Burkina Faso stammenden Schauspielers, Sängers und Tänzers.

Er ist in Norwegen als kultureller Berater am National-Theater in Oslo tätig und gibt in seinem Heimatland Schauspiel- und Sprachunterricht. Die Rolle seiner Ehefrau im Film wurde an Carole Karemera vergeben. Sie stammt aus Ruanda und ist als Tutsi eine der Überlebenden des Völkermordes der Hutu von 1994. Seither lebt sie in Belgien, hat am Königlichen Konservatorium in Brüssel Schauspiel studiert und ist vorwiegend am Theater beschäftigt.

Für den Nachwuchs der Filmfamilie wurde auf einheimische Darsteller zurückgegriffen. "Ich war mir sicher, dass wir ein schlafendes Talent finden würden", beschreibt Hänsel ihre Hoffnung. Ein halbes Jahr vor Drehstart begann das Casting von Hunderten von Kindern in Dschibuti, aus dem sich dann Asma Nouman Aden für die Rolle der Shasha und Ahmed Ibrahim Mohamed und Saïd Abdallah Mohamed für deren Brüder herauskristallisierten.



Casting  


Schützt ihre Kinder: Mouna (Carola Karemera)
Schützt ihre Kinder: Mouna (Carola Karemera)
► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Als der Wind den Sand berührte" in der Regie von Marion Hänsel liefen am 26.07.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Die Simpsons - Der Film
Animation, USA, 2007

Beste Zeit
Tragikomödie, Deutschland, 2007

Alberto Giacometti - Die Augen am Horizont
Dokumentation, Schweiz, Frankreich, 2001



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