Mein Interesse für die irische Geschichte begann mit Jim Alters „Days Of Hope“, einer Geschichte über einen Soldaten, der sich freiwillig für den ersten Weltkrieg meldet, jedoch nach Irland geschickt wird anstatt nach Frankreich. Mein Film "Hidden Agenda" handelte von gegenwärtigen Ereignissen in Nordirland, aber wir fühlten schon damals, dass diese Ereignisse, ohne zu wissen wie Irland geteilt wurde und wie dieser Konflikt entstanden
ist, nicht verstanden werden können.
Das, was zwischen 1920 und 1922 in Irland geschah, ist eine jener Geschichten, die bis heute nachwirken. Wie der spanische Bürgerkrieg war es ein historischer Wendepunkt. In dieser Zeit zwischen 1920 und 1922 ist ein langer Unabhängigkeitskampf in dem Moment seines Erfolges vereitelt worden. Die Kolonialmacht wollte unter allen Umständen ihre strategischen Interessen wahren, und es ist vor allem der Verschlagenheit von Politikern wie Churchill, Lloyd George und Birkenheat zu verdanken, dass dies gelang. Als sie sich in die Ecke gedrängt fühlten und es nicht mehr in ihrem Interesse war, die Unabhängigkeit mit aller Macht zu verhindern, versuchten sie, das Land zu spalten, indem sie diejenigen unterstützten, die nichts an den ökonomischen Machtverhältnissen ändern wollten. Das ist ein Muster, das immer wiederkehrt, eine Art Manipulation der herrschenden Macht, die sich die verschiedenen Interessen der von ihr Beherrschten zu nutze macht.
Was war 1922 möglich? Hätten die "Anti-Vertrags-Kräfte" gewinnen können und in welche Richtung hätten sie Irland gelenkt? Nur fünf Jahre vorher wurde die Unabhängigkeitsbewegung von dem Marxisten James Cornelly angeführt und war vom Klassenkampf motiviert: "the cause of Ireland is the cause of labour". Im Gegensatz dazu stehen die Folgen, die aus dem Unabhängigkeitsvertrag resultierten. Die andauernden harten Lebensumstände zwangen die Menschen zu Tausenden, nach England und Amerika auszuwandern. Die Teilung Irlands mußte unvermeidlich zum Krieg im Norden und zur Unterdrückung der zivilen Bürgerrechte führen. Ich war erstaunt, wie vertraut noch immer diese Argumente in und um Cork herum sind, wo wir den Film drehten. Off ensichtlich ist es noch immer sehr gegenwärtig, weil dort immer noch die gleichen Schlachten ausgetragen werden. Ich dachte, im Süden wäre es verblasst, aber wir trafen immer wieder Leute, die
Geschichten zu erzählen hatten. Die meisten Leute kannten die Namen der beteiligten Personen und hatten Kenntnisse über Daten und Ereignisse.