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The Wind That Shakes the Barley

Irland, England, 2006
Kriegsdrama, 124 Minuten

Originaltitel
The Wind That Shakes the Barley

Kino-Start
28.12.2006

Regie
Ken Loach

Darsteller
Cillian Murphy (Damien), Padraic Delaney (Teddy), Liam Cunningham (Dan), Gerard Kearney (Donnacha), William Ruane (Gogan)
The Wind That Shakes the Barley - Kinoplakat
Bürgerkriege, die Familen entzweihen; die aus Brüdern Feinde werden lassen, dies war bereits der Stoff zahlreicher Filme. Regisseur Ken Loach erzählt die Geschichte vor dem Hintergrund des irischen Bürgerkriegs, der zwischen 1920 und 1922 das Land in Chaos und Gewalt stürzte. Die bildgewaltigen Szenen brachten Loach nicht nur die Goldene Palme, sie geben dem Betrachter auch einen Einblick in die Ursachen der bis heute bestehenden Spannungen im nördlichen Irland.

Ostern 1916: Während auf dem europäischen Kontinent der erste Weltkrieg tobt, bricht in Irland ein offener Aufstand gegen die zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als 250 Jahre währende britische Vorherrschaft aus.

Zu den Revolutionären gehören auch die Brüder Damien (Cillian Murphy) und Teddy (Padraic Delaney). Während Damien gerade sein Medizinstudium abgeschlossen hat, fühlt sich Teddy zu den aus Russland nach Westeuropa schwappenden radikalen Therorien der kommunistischen Bewegung hingezogen. Doch so unterschieldich ihre politischen Vorstellungen auch sein mögen: Der gemeinsame Hass auf die Britische Krone einigt sie.

Doch in dem Guerilla-Krieg der irischen Bevölkerung gegen die Weltmacht England haben die Untergrundkämpfer keine Chance: Weder auf dem militärischen noch auf dem diplomatischem Feld: Großbritannien schließt mit Irland ein zweifelhaftes Friedensabkommen, das die Unabhängigkeitsbewegung spaltet und für ständige Unruhen sorgt.

Vier Jahre später brechen die Kämpfe wieder offen aus, aber diesmal kämpfen Iren gegen Iren. Und Teddy und Damien werden zu Todfeinden...



Film-Inhalt  


Pádraic Delaney als Teddy
Pádraic Delaney als Teddy


  Film-Kritik


Cillian Murphy (li.) ist Damien
Cillian Murphy (li.) ist Damien

"The Wind That Shakes the Barley" wurde mit der Goldenen Palme in Cannes 2006 ausgezeichnet. Zudem hagelte es fünf Nominierungen für die verschiedenen Kategorien des Europäischen Filmpreises, von denen Barry Ackroyd den Preis für die beste Kameraführung gewann.

Der Film wurde außerdem für den Britisch Independent Film Award und den Goya nominiert. Damit ist "The Wind That Shakes the Barley" einer der höchstausgezeichneten europäischen Filme des Jahres 2006.



Irland war Großbritanniens erste Kolonie. Als das britische Mutterland noch selbst tief in die eigene demokratische Selbstfindung verstrickt war und die Wunden der englischen Revolution noch bluteten, wurden die irischen Landressourcen der Stoff, der die fragile englische Republik zusammenhielt. Knapp 250 Jahre später schien die Assimilierung gelungen. Mitten in den wütenden Schlachten des ersten Weltkriegs kämpften tausende Iren Seite an Seite mit englischen und schottischen Soldaten, angefeuert von den nationalen Führern des Vereinigten Königreichs. Gleichzeitig, Ostern 1916, organisierten die Irish-Republican Brotherhood, die Irish Volunteers und die Irish Citizens Army einen militärisch aussichtslosen, aber symbolisch schlagkräftigen Aufstand in Dublin.

Die Hinrichtung der Aufstandsanführer, darunter der Sozialist James Connolly, und die folgende militärische Unterdrückung verschaffte den Aufständischen große Sympathiewerte in der Bevölkerung. Die breite Öffentlichkeit entfernte sich mehr und mehr vom moderaten Nationalismus und radikalisierte ihr Unabhängigkeitsstreben, das in der Partei "Sinn Fein" sein politisches Sprachrohr fand.

Bei den Wahlen im Dezember 1918 gewann Sinn Fein die Mehrheit der irischen Bevölkerung und gründete das irische Parlament. Der Welt wurde die Unabhängigkeit Irlands erklärt, doch die Weltöffentlichkeit reagierte mit Zurückhaltung, und die britische Regierung weigerte sich, die Souveränität Irlands anzuerkennen. Das Parlament driftete in die Illegalität, eine ganze Republik ging in den Untergrund, und aus den Irish Volunteers wurde die IRA, die Irish Republican Army. Junge Lehrlinge, Farmer, Fabrik- oder Landarbeiter waren ihre Soldaten, von denen einige direkt von den Fronten des Ersten Weltkriegs kamen und so über solides militärisches Wissen verfügten. Eine autonome Struktur der Gegenverwaltung entstand, die sich sogar ihre eigene Gerichtsbarkeit erschuf.



Englands erste Kolonie  


Feuerpause im irischen Bürgerkrieg
Feuerpause im irischen Bürgerkrieg

  Ken Loach über seinen Film


Mord gehört zum Geschäft
Mord gehört zum Geschäft

Mein Interesse für die irische Geschichte begann mit Jim Alters „Days Of Hope“, einer Geschichte über einen Soldaten, der sich freiwillig für den ersten Weltkrieg meldet, jedoch nach Irland geschickt wird anstatt nach Frankreich. Mein Film "Hidden Agenda" handelte von gegenwärtigen Ereignissen in Nordirland, aber wir fühlten schon damals, dass diese Ereignisse, ohne zu wissen wie Irland geteilt wurde und wie dieser Konflikt entstanden ist, nicht verstanden werden können.

Das, was zwischen 1920 und 1922 in Irland geschah, ist eine jener Geschichten, die bis heute nachwirken. Wie der spanische Bürgerkrieg war es ein historischer Wendepunkt. In dieser Zeit zwischen 1920 und 1922 ist ein langer Unabhängigkeitskampf in dem Moment seines Erfolges vereitelt worden. Die Kolonialmacht wollte unter allen Umständen ihre strategischen Interessen wahren, und es ist vor allem der Verschlagenheit von Politikern wie Churchill, Lloyd George und Birkenheat zu verdanken, dass dies gelang. Als sie sich in die Ecke gedrängt fühlten und es nicht mehr in ihrem Interesse war, die Unabhängigkeit mit aller Macht zu verhindern, versuchten sie, das Land zu spalten, indem sie diejenigen unterstützten, die nichts an den ökonomischen Machtverhältnissen ändern wollten. Das ist ein Muster, das immer wiederkehrt, eine Art Manipulation der herrschenden Macht, die sich die verschiedenen Interessen der von ihr Beherrschten zu nutze macht.

Was war 1922 möglich? Hätten die "Anti-Vertrags-Kräfte" gewinnen können und in welche Richtung hätten sie Irland gelenkt? Nur fünf Jahre vorher wurde die Unabhängigkeitsbewegung von dem Marxisten James Cornelly angeführt und war vom Klassenkampf motiviert: "the cause of Ireland is the cause of labour". Im Gegensatz dazu stehen die Folgen, die aus dem Unabhängigkeitsvertrag resultierten. Die andauernden harten Lebensumstände zwangen die Menschen zu Tausenden, nach England und Amerika auszuwandern. Die Teilung Irlands mußte unvermeidlich zum Krieg im Norden und zur Unterdrückung der zivilen Bürgerrechte führen. Ich war erstaunt, wie vertraut noch immer diese Argumente in und um Cork herum sind, wo wir den Film drehten. Off ensichtlich ist es noch immer sehr gegenwärtig, weil dort immer noch die gleichen Schlachten ausgetragen werden. Ich dachte, im Süden wäre es verblasst, aber wir trafen immer wieder Leute, die Geschichten zu erzählen hatten. Die meisten Leute kannten die Namen der beteiligten Personen und hatten Kenntnisse über Daten und Ereignisse.



► Cast, Crew► Filmplakat► Foto-Galerie

Zeitgleich mit dem Film "The Wind That Shakes the Barley" in der Regie von Ken Loach liefen am 28.12.2006 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Nachts im Museum
Komödie, USA, 2006

Die Rotkäppchen-Verschwörung
Animation, USA, 2005

Der weisse Planet
Dokumentation, Kanada, Frankreich, 2006

Déjà Vu - Wettlauf gegen die Zeit
Action-Thriler, USA, 2006

Ebenfalls im Kino 




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