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Wir sagen Du! Schatz.

Deutschland, 2007
Drama, 97 Minuten, FSK: 12

Originaltitel
Wir sagen Du! Schatz.

Kino-Start
15.11.2007

Regie
Marc Meyer

Darsteller
Anna Maria Mühe (Maya), Nina Kronjäger (Sofia), Samuel Fintzi (Oliver), Margot Nagel (Edna), Harald Warmbrunn (Horst)
Wir sagen Du! Schatz. - Kinoplakat
Was macht man, wenn man keine Familie hat? Man klaut sich eine zusammen. Das jedenfalls schlägt Regisseur und Drehbuchautor Marc Meyer in seinem ersten abendfüllenden Spielfilm vor, der skurrilen Tragikomödie "Wir sagen Du! Schatz.". Mit Samuel Fintzi, Nina Kronjäger und Anna Mari Mühe - der Tochter des verstorbenen Ulrich Mühe - stehen erfahrene Theater- und TV-Schauspieler vor der Kamera.

Der 39-jährige Berliner Oliver Eckstein (Samuel Fintzi) ist alleinstehend und fühlt sich einsam. Gerade kurz vor Weihnachten tut das besonders weh. Nicht wünscht er sich mehr als eine richtige Familie.

Da man sich eine Familie weder kaufen noch backen kann, beschließt er, sich eine zusammenzuklauen: Im 18. Stock eines leerstehenden Plattenbaus am Rande von Berlin richtet Oliver den künftigen "Familiensitz" ein: Paletten von Lebensmitteln, Dutzende von Kühl- und Gefrierschränken und was sonst noch so alles für ein mehrmonatiges Leben in familiärer Autarkie sinnvoll und erforderlich scheint.

Dann schlägt Eckstein los: Er entführt die Frau seines Chefs, Sofia (Nina Kronjäger), für die Rolle seiner Ehefrau, und ein namenloses Baby organisiert er sich direkt aus einer Babyklappe. Den 9-jährigen Ennio (Ennio Incannnova), der offenbar von seinen Eltern einfach "vergessen" wurde, nimmt er sich von einem Spielplatz mit.

Streunerin Maya (Anna Maria Mühe) freut sich über einen warmen Platz zum Schlafen und fragt nicht weiter nach. Die Oma (Margot Nagel) wird aus dem Altersheim gekidnappt, und die französische Knautschdogge namens Cleo gleich mit.

Sie alle verfrachtet Oliver Eckstein mehr oder weniger gegen ihren Willen in den 18. Stock. Er verrammelt die Türen und mauert die Treppenaufgänge zu. Komplettiert wird die synthetische Familie durch Opa Horst (Harald Warmbrunn), einen kampfbereiten Altsozialisten, der die Nachbarwohnung "besetzt" hält, um sie tapfer gegen "Spekulanten" zu verteidigen.

Ihnen allen erklärt Oliver nun, dass sie von jetzt an eine große, harmonische Familie seien. Nur, dass das nicht alle sogleich auch so sehen wollen...



Film-Inhalt  


Papa beim Frühstück
Papa beim Frühstück


  Hintergrund


Opa und Mutter planen einen Ausbruch
Opa und Mutter planen einen Ausbruch

"Wir sagen Du! Schatz." wurde mit Unterstützung der FFA Filmförderungsanstalt, des Kuratoriums Junger Deutscher Film und des Medienboards Berlin-Brandenburg realisiert.

Es ist der erste abendfüllende Spielfilm des Regisseurs Marc Meyer. "Mein Ziel war es, mit dem Film eine warme, sehr menschliche Geschichte zu erzählen", erläutert er seine Intention. "Nach dem Motto: Sehnsucht trifft Neurose. Eine Familie, die keine Familie ist, sich dann aber gerade deswegen wie eine verhält. Das ist eine absurde Situation, aber ich glaube, dieses Gefühl kennen viele: Was mache ich hier eigentlich, mit diesen Menschen, mit denen ich 'verwandt' oder 'vertraut' bin? Und noch schlimmer: Was würde ich ohne sie machen?

Und in diesen Fragen steckt natürlich viel Tragik - und auch viel Komik. Im Film nutze ich die Möglichkeit, dies noch ein Stück weiterzuführen, indem ich die Prämisse aufstelle: Eine Familie, eine menschliche Gemeinschaft überhaupt, ist eine Zwangsgemeinschaft. Ob wir wollen oder nicht. Deswegen klaut sich Oliver eine Familie.

Insofern ist 'Wir sagen Du! Schatz.' zweierlei: Eine Versuchsanordnung um die Frage, ob und wie man zusammen glücklich wird. Und eine Komödie mit einem Haufen tragischer Figuren, die versuchen, ihr nun unabänderliches Beziehungsleben zu meistern. Und manchmal klappt das. Und manchmal eben nicht."



Marc Meyer wurde am 10. Juni 1968 in Helmstedt geboren. Der ausgebildete Politologe arbeitet seit 1995 als freier Autor. So stammen aus seiner Feder unter anderem Drehbuch und Roman des Pulp-Art-Experiments "Planet B: The Antman".

Mit seinem 15-minütigen Beziehungs-Drama "Sonntag, im August" gewann Meyer den europaweit höchstdotierten Kurzfilmpreis auf dem Filmfestival Dresden 2005, den Förderpreis der Kunstministerin.

Bei dem Dokumentations-Projekt "freedom2speak", das auf der Berlinale 2004 uraufgeführt wurde, wirkte er als Co-Regisseur.

Seine Drehbuch- und Kurzfilm-Arbeiten wurden auf zahlreichen internationalen Filmfestivals gezeigt, so zum Beispiel in Montreal und Sundance.

Im Rahmen der Berlinale 2005 wurde Marc Meyer als "Talent" für den Berlinale-Talent-Campus ausgewählt.



Über den Regisseur  


Familienleben auf den Dächern von Berlin
Familienleben auf den Dächern von Berlin
► Cast, Crew► Trailer► Filmplakat► Foto-Galerie

  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Wir sagen Du! Schatz." in der Regie von Marc Meyer liefen am 15.11.2007 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

The Man who shot Chinatown - The Life and Work of John A. Alonzo
Dokumentation, Deutschland, USA, 2007

The 11th Hour - 5 vor 12
Dokumentation, USA, 2007

Takva - Gottesfurcht
Drama, Türkei, Deutschland, 2006

Schöner Leben
Drama, Deutschland, 2006

La Leon
Drama, Argentinien, 2006

King of California
Komödie, USA, 2007

Free Rainer - Dein Fernseher lügt
Mediensatire, Deutschland, Österreich, 2007

Ex Drummer
Sozialdrama, Belgien, 2007

Die Legende von Beowulf
Fantasy-Abenteuer, USA, 2007

Der Kindergarten Daddy 2
Komödie, USA, 2007

American Gangster
Drama, USA, 2007



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