Beschreiben Sie kurz Ihren Rollencharakter Ronnie. Ist er eher ein Rollstuhl-Ritter von der traurigen Gestalt oder eigentlich doch nur eine lästige Nervensäge?
Beides trifft ganz gut zu. Die Vorstellung, dass sein Rollstuhl seine Rosinante, sein Basketball, seine Dulcinea und jeder um ihn herum eine Windmühle ist, gefällt mir. Jetzt hab' ich die Figur verstanden. Hätten Sie die Frage nicht schon vor einem Jahr stellen können?
Wie schwierig war es für Sie als Nichtbehinderter, sich in einen gelähmten Menschen hineinzuversetzen?
Es ging nie darum, das Psychogramm eines körperlich Behinderten zu erstellen. Zunächst einmal ging es rein technisch darum, sich mit diesem Ferrari unter den Rollstühlen anzufreunden. Ein getunter, aufgemotzter und geölter Blitz, der nicht wirklich leicht zu händeln war. Ansonsten saß ich während der Dreharbeiten halt viel rum...
Hand aufs Herz: Wie weit darf Satire und Parodie auf Kosten gehandicapter Menschen gehen?
Ich hoffe, dass nie das Gefühl aufkommt, ich spielte den Ronnie "auf Kosten". Hab' mich schon bemüht, ihn ernst zu nehmen. Sonst funktioniert außerdem die Komödie nicht. Die vielen echt behinderten Komparsen am Set hatten einen Mordsspaß an meinem Ronnie. Das war Wasser auf meine (Wind-)Mühle, die meine Rampensau umso vehementer durch's Dorf trieb.
Können Sie sich eigentlich bei Ihren derzeit unzähligen "leichten" Kino- und TV-Engagements vorstellen, auch einmal wieder eine ernste Rolle zu übernehmen?
Ernst nehm' ich ja zunächst mal alles, was ich spiele. Und das Leichte ist oft das Schwerste. Aber Sie meinen sicher, ob ich nicht gern auch mal was Nichtkomisches spielen würde? Die Antwortet lautet: Ja.