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Mit Herz und Hand - The World´s Fastest Indian

Neuseeland, USA, 2005
Abenteuer, 128 Minuten, FSK: 0

Originaltitel
The World´s fastest Indian

Kino-Start
26.10.2006

Regie
Roger Donaldson

Darsteller
Anthony Hopkins (Burt Munro), Chris Williams (Tina Washington), Iain Rea (George), Tessa Mitchell (Sarah), Aaron Murphy (Tom), Tim Shadbolt (Frank), Annie Whittle (Fran), Diane Ladd (Ada), Patrick Flueger (Rusty), Christopher Lawford (Jim Moffet)
Mit Herz und Hand - The World´s Fastest Indian - Kinoplakat
Die wahre Geschichte eines Neuseeländers, der sich im fortgeschrittenen Alter seinen Lebenstraum erfüllt und einen Weltrekord bricht. Eine solche Story ist eine gute Voraussetzung für einen guten Film. Nachdem Roger Donaldson seine Filmkarriere bereits 1971 mit einer Dokumentation über den Rekordhalter begonnen hatte, präsentiert er nun einen Spielfilm mit einem Schauspieler, der für die Rolle prädestiniert scheint: Anthony Hopkins verkörpert Burt Munro, der "Mit Herz und Hand" seinen Weg geht.

Neuseeland in den 1960er Jahren: Der über 60-jährige Burt Munro (Anthony Hopkins) ist eingefleischter Motorradfan und will sich unbedingt noch einen Lebenstraum erfüllen: Mit seinem Motorrad der Marke Indian Scout 600, gebaut im Jahr 1920, hat er vor, auf dem Salzsee bei Bonneville in Utah einen Geschwindigkeitsweltrekord aufzustellen. Doch die Voraussetzungen sind nicht unbedingt ideal für seine Reise vom neuseeländischen Provinzstädtchen Invercargill in die USA: Seine Ersparnisse reichen bislang nicht aus, und als der Arzt eine Herzkrankheit diagnostiziert, droht Burt die Zeit davonzulaufen.

So stellen sich doch Zweifel ein, die jedoch auch dank des enthusiastischen Nachbarsjungen Tom (Aaron Murphy) ausgeräumt werden. Das großzügige Angebot seiner Lebensgefährtin Fran (Annie Whittle) zur finanziellen Unterstützung lehnt Munro ab, stattdessen verpfändet er sein Haus, um die Überfahrt mit seiner Maschine nach Amerika bezahlen zu können.

Erste Schwierigkeiten bei der Ankunft in Hollywood werden mit der Hilfe des Hotelangestellten Tina (Chris Williams) überwunden. Aus seinen Stationen in Richtung Utah erlebt Burt so manches Abenteuer, angefangen beim Kauf eines eigentlich schrottreifen Gebrauchtwagens über die Begebnung mit einem Indianer, der ihm bei einer Panne hilft und ihm ein Mittel gegen sein Prostataleiden verabreicht bis hin zur Witwe Ada (Diane Ladd), die ihm Ersatzteile und ihr Bett zur Verfügung stellt.

Unterwegs trifft ihn eine Herzattacke, die Munro aber nicht wirklich von seinem Vorhaben abbringen kann. Zusammen mit dem jungen Vietnamsoldaten Rusty (Patrick Flueger), den er unterwegs als Anhalter aufgelesen hatte, trifft er schließlich in Bonneville ein, wo bereits mit "Speed Week" die entscheidende veranstaltung begonnen hat.

Schon wieder droht ein Problem, Munros Plan über den Haufen zu werfen: Die Anmeldefrist zu dem Spektakel ist längst abgelaufen, und die Inspekteure des Veranstalters halten weder die technische Ausrüstung noch das Outfit des Fahrers der geforderten Sicherheit für angemessen. Aber der kauzige Kiwi gewinnt die Sympathien der Verantwortlichen, und so kann er doch noch zu dem legendären Wettbewerb antreten - eine Chance räumt dem Romantiker allerdings niemand ein...



Film-Inhalt  


Burt Munro (Sir Anthony Hopkins) mit Freundin Fran (Annie Whittle)
Burt Munro (Sir Anthony Hopkins) mit Freundin Fran (Annie Whittle)


  Hintergrund


Begleitet Burt auf einem Stück seines Wegs: Soldat Rusty (Patrick Flueger)
Begleitet Burt auf einem Stück seines Wegs: Soldat Rusty (Patrick Flueger)

Eines der ganz großen Probleme bei hohen Geschwindigkeiten von Landfahrzeugen ist die Piste. So muss zum einen die Oberfläche möglichst eben sein - kleinste Abweichungen von der Idealform wie Bodenwellen, Steinchen oder Rillen können eine ganze Rekordmission gefährden. Zum anderen muss die Piste auch lang sein - die erforderliche Länge steigt überproportional zur angestrebten Geschwindigkeit. Flugplätze oder normale Rennstrecken für Rundrennen bieten dafür zu wenig Platz. In Deutschland wurden vor dem Zweiten Weltkrieg die ersten Autobahnen gewählt. So erreichte 1938 Rudolf Caracciola auf einem Mercedes bereits 432 km/h - Konkurrent Bernd Rosemeyer starb kurz darauf in seinem Auto Union beim Versuch, diesen Rekord einzustellen.

Eine Alternative sind Oval- bzw. Hochgeschwindigkeitskurse mit überhöhten Steilkurven, bei denen die Fliehkräfte das Fahrzeug nicht zum Kurvenaußenrand, sondern stärker auf die Fahrbahn drücken. So werden viele Serien- bwz- Supersportwagen auf solchen Strecken wie etwa im süditalienischen Nardo getestet. Allerdings ist eben dieses Prinzip bei extrem hohen Geschwindigkeiten problematisch, da die vertikalen Radlasten durch die Richtungsänderung zusätzlich erhöht werden und sowohl Lager wie auch Reifen diese Kräfte zusätzlich aufnehmen müssen.

Früh schon haben daher Rekordjäger die Salzseen in Utah für ihre Vorhaben favorisiert. Aufgrund des Materials und der Entstehung dieser geologisch einzigartigen Formation besitzen diese Salzseen auf einer ausreichenden Länge von dutzenden Kilometern eine nahezu vollkommen ebene bzw. der Erdkrümmung folgende Oberfläche. Bei jedem Regen werden eventuelle Spuren der vorherigen Fahrten in dem wasserlöslichen, aber dichtgepackten Salz eingeebnet. Auch heute finden dort noch Rekordfahrten statt, und im Laufe der Zeit ist der Geschwindigkeitsweltrekord auf über 1000 km/h gestiegen - mittlerweile wurde bereits die Schallmauer überwunden. Allerdings werden in diesen Regionen längst nicht mehr die Räder angetrieben - für den Vortrieb sorgen hier Turbinen-Strahltriebwerke aus dem Flugzeugbau.



Herbert James Munro - so sein bürgerlicher Name - wurde am 25. März 1899 in Edendale in der Nähe von Neuseelands südwestlichster Stadt Invercargill geboren. Dort starb er auch am 6. Januar 1978.

Seine Zwillingsschester starb bei der Geburt, und der Arzt sah auch Burt Überleben gefährdet. Doch der entwickelte sich prächtig, und bereits mit 16 Jahren kaufte er sich sein erstes Motorrad und begann bald schon seine ersten Rennen in der Gegend zu fahren. Als 1920 die Indian Scout mit einem V-2-Zylindermotor von 600 Kubikzentimetern Hubraum auf den Markt kam, war Munro sofort von der Maschine begeistert und kaufte eines der ersten Exemplare dieses Typs, der bis 1931 produziert wurde. Dieses Motorrad war robust und zuverlässig, hatte allerdings für den Hubraum eine eher bescheidene Leistung. So ging Burt bald schon daran, sein Fahrzeug zu modifizieren und den Motor zu überarbeiten.

Im Originalzustand hatte das Triebwerk eine untenliegende Nockenwelle, die die seitlich stehenden Ventile betätigte. Der Motor hing in einem Doppelschleifen-Rohrrahmen und gab seine Kraft über den schrägverzahnten Primärtrieb an ein handgeschaltetes 3-Gang-Getriebe mit Fußkupplung ab, das über Gliederkette das Hinterrad antrieb. Der Rahmen besaß vorne eine Blatt-Federgabel, hinten war der Rahmen ungefedert - eine im US-Motorradbau bis Ende des letzten Jahrhunderts durchaus übliche Bauart.

Mit eigensinnigen Methoden und viel Improvisation begann Munro die umfangreichen Verbesserungen. So funktionierte er alte Radspeichen zu Mikrometern um, goss Legierungen in alten Dosen und soll unbestätigten Berichten zufolge sogar Kolben in Sandlöchern am Strand gegossen haben. Um die Voraussetzung für eine erhebliche Leistungssteigerung des Motors zu schaffen, rüstete er diesen mit obenliegenden Nockenwellen und hängenden Ventilen aus. Er fertigte selbst Teile wie Schwungräder, neue Kolben und Zylinder, Nockenwellen und -stößel und rüstete auf ein neues Schmiersystem um. Im Laufe der Zeit wuchs außerdem der Hubraum auf schließlich 950 Kubikzentimeter an.

Um die enorm gesteigerten Kräfte bewältigen zu können, fräste er die Pleuel aus der Achse eines Traktors, baute eine Kupplung mit 17 Scheiben und eine Triplex-Kette zur Kraftübertragung ein. Ferner beschäftigte Munro sich mit Aerodynamik und fertigte in mehreren Stufen Verkleidungen an, bis die Rekordmaschine komplett von einer strömungsgünstigen Karosse umhüllt war. So stieg die ursprüngliche Höchstgeschwindigkeit von knapp 90 km/h im Endausbau auf über 300 km/h.



Mann und Maschine  


Transvestit Tina Washington (Chris Williams) hilft Burt
Transvestit Tina Washington (Chris Williams) hilft Burt
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  Ebenfalls im Kino


Zeitgleich mit dem Film "Mit Herz und Hand - The World´s Fastest Indian" in der Regie von Roger Donaldson liefen am 26.10.2006 in Deutschland im Kino auch die folgenden Spielfilme an:

Sinav - Die Prüfung
Action-Komödie, Türkei, 2006

No. 2
Tragikomödie, Neuseeland, 2006

Montag kommen die Fenster
Drama, Deutschland, 2006

Kabhi Alvida Naa Kehna - Bis dass das Glück uns scheidet
Drama, 2006, Indien

Hokkabaz
Komödie, Türkei, 2006

Ein Freund von mir
Tragikomödie, Deutschland, 2005

Das Leben, das ich immer wollte
Liebesdrama, Italien, Deutschland, 2004

7 Zwerge - Der Wald ist nicht genug
Familien-Komödie, Deutschland, 2006



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